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            <article-title xml:lang="de">Mölders, Tanja; Dannenberg, Janina; Herdlitschka, Theresa; Hülz, Martina; Kapitza, Katharina (Hrsg.) (2025): Gender – Macht – Energiewende. Potenziale der Geschlechterforschung im Kontext raumbezogener Transformationen</article-title>
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               <license-p>This Open Access article is published under a Creative Commons Attribution 4.0 International Licence (CC BY).</license-p>
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      <p>Der vorliegende Sammelband diskutiert Konzepte und Erkenntnisse des Forschungsvorhabens „Räumliche Transformationsprozesse der Energiewende – Planungsbezogene Analyse- und Gestaltungspotenziale der Geschlechterforschung“ (2021-2024), gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Ergänzt werden sie um empirische Beiträge aus Forschungsvorhaben mit Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zum Thema suffiziente Mobilitätsplanung und mit Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zum klimaangepassten Wohnen.</p>
      <p>In der Einleitung identifizieren die Herausgeberinnen die Gestaltung der Energiewende als geschlechtlich konnotiert und lenken den Blick auf intersektionale strukturelle Ungleichheiten und Machtverhältnisse wie Repräsentation und Teilhabe oder Vulnerabilitäten. Der Fokus liegt dabei auf den Potenzialen der Geschlechterforschung für die deutsche Energiewendeplanung in Theorie und Praxis.</p>
      <p>Der Sammelband ist in drei Hauptteile untergliedert und besteht aus insgesamt 13 Textbeiträgen, ergänzt um ein Interview sowie vier als „Einwürfe“ bezeichnete Doppelseiten, in denen kurze Dialoge zu planungsbezogenen Thesen einen prägnanten Einblick in unterschiedliche Akteurperspektiven vermitteln. Insgesamt 17 Personen haben zum Entstehen der Publikation beigetragen.</p>
      <p>Im ersten Teil „Raumbezogene Transformationen und Energiewende“ führen drei Beiträge und ein kurzes Interview zunächst in den Forschungszugang und in zentrale Konzepte ein: <italic>Tanja Mölders </italic>erläutert den Forschungszugang, der sich an der Schnittstelle zwischen geschlechterbezogener Energiewendeforschung sowie macht- und herrschaftskritischer Raum- und Planungswissenschaft verortet und in die Konzeptionen gesellschaftlicher Naturverhältnisse der Sozialen Ökologie (Becker/Jahn <xref ref-type="bibr" rid="CR1">2006</xref>) eingebettet ist. <italic>Olaf Kühne</italic> nähert sich anschließend dem Verhältnis von Macht und Landschaft aus neopragmatischer Perspektive und hebt dabei ihr Potenzial zur Regelung von Konflikten hervor, die er sowohl auf theoretischer als auch auf planungspraktischer Ebene identifiziert. <italic>Ludger Gailing</italic> befasst sich mit dem Themenfeld der gerechten Raumentwicklung und stellt komprimiert die konzeptionellen Hintergründe sowie die Aktualität des Themenfeldes mit Bezug auf Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, Klimagerechtigkeit und Gender vor. Der Frage, ob die Energiewende ein sozialökologischer Prozess ist, widmen sich die Soziologin <italic>Julia Gabler</italic> und der Raumplaner <italic>Axel Priebs</italic> im Interviewformat und geben dabei aufschlussreiche Einblicke in Planungspraxis und planungspolitische Entscheidungsprozesse.</p>
      <p>Im zweiten Teil „Geschlechterperspektiven und Energiewende“ werden die zuvor eingeführten theoretischen Rahmungen im Kontext der Energiewende konkretisiert. Zwei Beiträge stellen eine als „EnerGesch“ bezeichnete Heuristik vor, die zur Analyse raumbezogener Transformation der Energiewende durch verschiedene Perspektiven der Geschlechterforschung dienen soll. Der Beitrag von <italic>Theresa Herdlitschka, Johanna Dankers, Miriam Kienesberger, Katharina Kapitza</italic> und <italic>Tanja Mölders</italic> widmet sich hierbei dem Zusammenhang von Nachhaltigkeitsforschung und Geschlechterperspektiven aus intersektionaler Perspektive. Die Autorinnen zeigen überzeugend den perspektivischen Mehrwert einer systematischen Betrachtungsweise von Geschlecht als Differenz‑, Struktur‑, Prozess- und epistemologische Kategorie (in Anlehnung an Hofmeister/Katz <xref ref-type="bibr" rid="CR3">2011</xref>; Hofmeister/Katz/Mölders <xref ref-type="bibr" rid="CR4">2013</xref>) auf. Ergänzende tabellarische Darstellungen von erkenntnisleitenden Fragestellungen und Beispielen aus Literaturrecherchen bieten den Lesenden einen übersichtlichen Einblick in den Forschungsstand.</p>
      <p>Im anschließenden Beitrag geht <italic>Janina Dannenberg</italic> der Frage nach, welchen Erkenntnisgewinn die Kategorie Geschlecht in der Energiewende ermöglicht, und wendet „EnerGesch“ auf zwei Fallstudien zur Energiewende an. Hierbei thematisiert sie die vorherrschende Trennung von Emotionalität und Rationalität in Planungs- und räumlichen Gestaltungsprozessen der Energiewende aus einer kritischen feministischen Perspektive. In einem nächsten Beitrag nehmen <italic>Sandra Huning</italic> und <italic>Tanja Mölders</italic> die Entwicklung feministischer Architektur und Stadtplanung in den Blick. Dabei diskutieren sie, was Akteure der Energiewendeplanung aus den Erkenntnissen des <italic>Gender Planning</italic> und einer feministischen Planung lernen können.</p>
      <p>Der dritte Teil des Sammelbandes stellt in komprimierter Form insgesamt fünf empirische Fallbeispiele vor. Drei dieser Fallstudien sind im zuvor genannten DFG-Forschungskontext entstanden und befassen sich mit unterschiedlichen Bewertungen und Perspektiven im Rahmen eines Windparkkonfliktes im nordhessischen Reinhardswald (<italic>Janina Dannenberg/Melissa Muhr</italic>; <italic>Katharina Kapitza/Johanna Dankers</italic>) sowie mit der Transformation des ehemaligen Braunkohletagebaugebiets Lausitz (<italic>Theresa Herdlitschka</italic>). Die dargestellten Ergebnisse basieren auf qualitativen Experteninterviews. Zu den sozialen Merkmalen der Befragten, wie Geschlecht, Alter oder beruflicher Kontext sowie zu den Fragestellungen der Interviews erfahren die Lesenden nichts bzw. sehr wenig. Dies erschwert die Nachvollziehbarkeit der ansonsten sehr aufschlussreichen Ergebnisse zu Narrativen über Wald als Windkraftstandort und Kontinuitäten von Ungerechtigkeitsverhältnissen in den Transformationen von Energielandschaften. Die zuvor eingeführte Heuristik „EnerGesch“ dient den Studien nicht als Grundlage für das Forschungsdesign, sondern wird stattdessen teilweise ex post angewendet. Ursächlich hierfür ist die parallele Entwicklung von Heuristik und Durchführung von Empirie im Forschungszusammenhang (Beitrag Dannenberg/Muhr, S. 161). So bleibt es Aufgabe zukünftiger Forschung, die in der Heuristik formulierten Herausforderungen intersektionaler Perspektiven „jenseits von Gruppenzuschreibungen aller Körper und Sexualitäten“ (Beitrag Mölders/Hülz/Kapitza/Herdlitschka/Dannenberg, S. 260) empirisch im Forschungsdesign zu verankern.</p>
      <p>Zwei weitere Beiträge aus anderen Forschungsprojekten ergänzen den empirischen Teil des Sammelbandes. Ein Beitrag zur suffizienten Mobilitätsplanung (<italic>Andrea Amri-Henkel/Yue Zheng/Betriska Lukas</italic>) stellt Ergebnisse einer quantitativen Online-Befragung vor, die unter anderem Zusammenhänge von Antidiskriminierung und Statuszuschreibung von Automobilität (mit Verweis auf Petromaskulinität; vgl. Daggett <xref ref-type="bibr" rid="CR2">2023</xref>) sowie die Notwendigkeit einer differenzierten Berücksichtigung struktureller Ungleichheiten in der Mobilitätsplanung aufzeigt.</p>
      <p>Der Beitrag von <italic>Helga Kanning</italic> und <italic>Bianca Richter</italic> behandelt Themenfeld der nachhaltigen und klimawandelangepassten Quartiersentwicklung. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen empirischen Beitrag, sondern um eine Reflexion und Skizzierung der „lessons learned“ anhand eines Praxisbeispiels.</p>
      <p>Im Schlusskapitel (<italic>Tanja Mölders/Martina Hülz/Katharina Kapitza/Theresa Herdlitschka/Janina Dannenberg</italic>) plädieren die Autorinnen dafür, Gewissheiten bezüglich der Kategorie Geschlecht, der Energiewende sowie der räumlichen Planung aktiv infrage zu stellen und zu dechiffrieren. Die Beiträge des Sammelbandes zeigen unterschiedliche Vorgehensweisen, wie diese Forderung konzeptionell und empirisch umgesetzt werden kann. Sie liefern damit einen wichtigen Beitrag zur deutschen Energiewendedebatte, die Geschlecht, wenn überhaupt, immer noch vorrangig als dichotome Kategorie betrachtet.</p>
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            <title>Vollständige bibliographische Angaben des rezensierten Werks:</title>
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         <p>Mölders, T.; Dannenberg, J.; Herdlitschka, T.; Hülz, M.; Kapitza, K. (Hrsg.) (2025): Gender – Macht – Energiewende. Potenziale der Geschlechterforschung im Kontext raumbezogener Transformationen. Bielefeld: transcript. <ext-link xlink:href="https://doi.org/10.14361/9783839474266">https://doi.org/10.14361/9783839474266</ext-link>
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