Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning 0034-0111 1869-4179 oekom 10.14512_rur_52_0203 Vernetzung und Kooperation – das neue Leitziel der Landesplanung Goppel Konrad Prof. Dr. Prof. Dr. Konrad Goppel

Min. Dirig.

Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen Postfach 81 01 4081901 München Deutschland
52 2 101 104 1994 by the RuR Editors; re-published by oekom 2023 Zusammenfassung

Nachdem sich das Leitziel der „Wertgleichen Lebens- und Arbeitsbedingungen“, insbesondere in Form der „Unterstrategie“ des „Erschließungsprinzips“ in den letzten Jahrzehnten nachweislich bewährt hat, kommt angesichts entscheidend geänderter Rahmenbedingungen dem Leitziel der „Vernetzung und Kooperation“ zentrale Bedeutung als neue, grundlegende landesplanerische Philosophie der kommenden Jahre zu. Dabei werden die „Wertgleichen Lebensbedingungen“ nicht abgelöst, sondern bleiben dem Prinzip der „Vernetzung und Kooperation“ übergeordnet. In abgestuftem Vorgehen hat sich „Vernetzung und Kooperation“ ausgehend vom Verkehr in sämtlichen Strukturbereichen zu vollziehen und betrifft Gebietskörperschaften wie Teilräume des Landes. Sie darf systemimmanent an den Grenzen nicht haltmachen, hat aber, dem Bild des Netzes entsprechend, den organischen Wechsel von „Knoten“ und „Maschen“ zu wahren. Auch das neue Leitziel muß gewagt werden, wie seinerzeit die „Wertgleichen Lebensbedingungen“ gewagt wurden – und gewonnen haben.

Anmerkungen (1) Vgl. hübler, k.-h. u. a.: Zur Problematik der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Hrsg.: Akademie für Raumforschung und Landesplanung. – Hannover 1980. = Veröffentlichungen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Abhandlungen Bd. 80 (2) Leitbilder für den ländlichen Raum. Hrsg.: Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen. – München 1982. = Materialien, Bd. 18 (3) flemming, M. u. a.: Regionalbewußtsein als Grundlage der Regionalpolitik. – Bayreuth 1986. In: Arbeitsmaterialien zur Raumordnung und Raumplanung, Bd. 43; maier, J. u. a. (Hrsg.): Chancen für den ländlichen Raum. Regionalpolitik am Ende der 80er Jahre. – Bayreuth 1987. = Arbeitsmaterialien zur Raumordnung und Raumplanung, Bd. 49 (4) kleinhenz, G.: Die Universität Passau. Auswirkungen auf die Stadt Passau und ihr Umland. – Passau 1985 (5) goppel, K.: Die Landesentwicklungspolitik in Bayern nach Öffnung der Grenzen im Osten: Herausforderungen – neue räumliche Entwicklungen – landesentwicklungspolitische Handlungsansätze. In: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg.): Räumliche Entwicklungen in Mitteleuropa nach Öffnung der Grenzen im Osten unter besonderer Berücksichtigung Bayerns. – Hannover 1992, S. 138–155 (6) göb, R.: Neuorientierung der Raumordnungspolitik in Deutschland. In: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg.): Perspektiven der Raumentwicklung in Europa. – Hannover 1991. = Forschungs- und Sitzungsberichte, Bd. 190 (7) Vgl. haneklaus, W.: Regionalpolitik in der Europäischen Gemeinschaft. – Münster 1991 (8) Vgl. nerb, G.: Auswirkungen des EG-Binnenmarktes auf ausgewählte Bereiche und mögliche Anpassungsstrategien der Unternehmen. In: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg.): Räumliche Entwicklung und Raumplanung in Bayern im Hinblick auf den künftigen gemeinsamen Europäischen Binnenmarkt. – Hannover 1990, S. 33–75 (9) Vgl. elsässer, H.: Stadt-Schweiz – ein Konzept zur Stärkung der Schweiz in Europa. In: schaffer, f.; thieme, K.; troeger-weib, G. (Hrsg.): Innovative Regionalentwicklung.-Augsburg 1993, S. 78–84 (10) Vgl. Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen (Hrsg.): Landesentwicklungsprogramm – Gesamtfortschreibung (Entwurf). – München 1993 (11) Ebenda, AII, S. 32 f. (12) Vgl. lendi, M.: Planungsphilosophie und ihre Umsetzung. In: schaffer, F.; thieme, K.; troeger-weib, G. (Hrsg.): Innovative Regionalentwicklung. – Augsburg 1993, S. 30