Mit dem Anspruch einer transformativen Stadtentwicklungspolitik, die progressive Ideen zulässt, aktiv gestaltet wird und gleichzeitig prozessoffen bleibt, sehen sich Kommunen komplexen Herausforderungen gegenüber. Informelle Partizipationsangebote wie beispielsweise Stadtforen oder vielversprechende Formate wie Reallabore (vgl. z. B. Räuchle/Stelzer/Zimmer-Hegmann 2021) werden dann zu Aushandlungsräumen, in denen eine Vielzahl drängender Fragen gleichzeitig verhandelt werden sollen (z. B. über Klimaschutz, Demokratisierung und Mobilität). In der Stadt Münster sind die Bemühungen sowohl um eine transparente und partizipative Öffentlichkeitsbeteiligung (Stadt Münster 2022) als auch um eine transformative Stadtentwicklungspolitik groß (Stadt Münster 2019a). In der Umsetzung beobachtete ich allerdings eine (nicht nur inhaltlich) komplexe und fragmentierte Partizipationslandschaft, die ich in diesem Beitrag behandle. Bei der Untersuchung stütze ich mich auf konzeptionelle Vorstellungen von sozialen Welten und Arenen im Anschluss an die Methodologie der Situationsanalyse nach Adele Clarke (Clarke 2003; 2012); sie dienen als Rahmen für meine empirischen Fragen. Ich adressiere relationale, politische und konflikthafte Arenen der Aushandlung, in denen Haltungen, Logiken und Perspektiven kollektiver Akteure (soziale Welten) aufeinandertreffen (Clarke 2012: 152). Mit diesem methodologischen Zugang verstehe ich die Partizipationslandschaft im Kontext transformativer Stadtentwicklungspolitik in Münster als ein situatives und gesellschaftspolitisch komplexes Gefüge sozialer Welten und nicht als quantitative Übersicht unterschiedlicher Partizipationsformate. Mein Ziel ist es, diese Landschaft mithilfe mehrerer Gruppenzuordnungen (mappings) aus der Situationsanalyse empirisch zu sortieren und interpretativ zu analysieren, um die Komplexität und das Politische zwischen sozialen Welten in Partizipationsarenen aufzuzeigen. Dafür verknüpfe ich Adele Clarkes Verständnis von Arenen mit Überlegungen von Jacques Rancière zu momenthafter politischer Partizipation (Rancière 2002; 2014). Obwohl die Situationsanalyse soziale und räumliche Prozesse miteinander in Beziehung setzt und analysierbar macht (Kling 2023: 1; vgl. Clarke 2022: 60–61), wurde sie im Zusammenhang mit Raum- und Stadtplanung sowie Partizipation bisher kaum genutzt (zum Thema urbane Kulturpolitik vgl. Schad-Spindler/Fridrik/Landau-Donnelly 2023; zum Thema Architektur und Urbanismus vgl. Kling 2023; zum Thema Partizipation vgl. Alonso-Yanez/de Castell/Thumlert 2022). Daher möchte ich in diesem Beitrag außerdem diskutieren, wie anschlussfähig die Methodologie und insbesondere das Mapping sozialer Welten und Arenen für dieses Forschungsfeld sein kann.
Mit der „Arena“ als konzeptioneller Brille, verknüpft mit einem postpolitischen Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse, frage ich: Wie und wann konstituieren sich (im Anschluss an die Situationsanalyse) Arenen der Aushandlung in transformativer Stadtentwicklungspolitik in Münster? Welche Partizipationslandschaft entsteht daraus? Durch welche politischen und konflikthaften Dynamiken und Akteurekonstellationen ist sie geprägt? Und welche Implikationen ergeben sich daraus für Planungstheorie und Planungspraxis? Nach einem kurzen Überblick über eine postpolitische Kritik an Partizipation in der Stadtplanung zeigt der Beitrag auf, wie die Arena als konzeptioneller Rahmen an Überlegungen über das Politische anschließen kann. Am Beispiel aktueller Planungs- und Partizipationsprozesse in Münster werden drei Arenen der Aushandlung sichtbar, die Dynamiken und politische Aushandlungsprozesse zwischen sozialen Welten nachzeichnen.
Forderungen nach mehr Teilhabe und Einflussmöglichkeiten in Planungsprozessen (Healey 1992; Selle 1997; Hillier 2000; Haumann 2018; Sinning 2018; Zimmermann 2019) waren in den 1960er-Jahren eingebettet in eine ohnehin globale gesellschaftspolitische Situation, in der eine Unzufriedenheit mit repräsentativen Entscheidungsträgerinnen und -trägern und gegenüber hegemonialen Machtstrukturen dazu führte, eben diese grundlegend in Frage zu stellen – beispielsweise in „Recht auf Stadt Bewegungen“ (Haumann 2018; vgl. auch Lefebvre 2016). Dass diese gehört und umgesetzt wurden, wurde dadurch bestärkt, dass sich politische Ziele wie „mehr Demokratie wagen“ (Regierungserklärung von Willy Brandt 1969) und mehr politische Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger längst zu einem breit akzeptierten Konsens etabliert hatten (Haumann 2018: 189–190; Sinning 2018: 209). So entwickelten sich auch in Deutschland vermehrt Leitbilder für bürgerorientierte Kommunen, Governance-Ansätze sollten eine kooperative Zusammenarbeit unterstützen (Sinning 2018: 208–210) und mit dem Städtebauförderungsgesetz von 1971 sollte die Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Stadtplanung gestärkt werden (Haumann 2018: 192–193).
In planungstheoretischen Debatten wurden machtkritische und demokratiefördernde Perspektiven zunächst durch kommunikative Ansätze aufgegriffen, welche seit den frühen 1990er-Jahren den „communicative turn in planning“ (Healey 1992) markieren und in der Planungspraxis zu einem Aufschwung an informellen dialog- und konsensorientierten Partizipationsangeboten führten (Selle 1997: 44; Kühn/Sommer 2023: 7–8). Es etablierten sich Formate wie Stadtforen oder Zukunftswerkstätten (Selle 1997: 44–45), die mittlerweile zur guten Praxis in der Planung gehören (Gribat/Lutz 2021: 84) und als „invited spaces“ für Bürgerbeteiligung diskutiert werden (Cornwall 2002; Kleaver/Verlinghieri 2025). Konzeptionell wurde das weit verbreitete Konzept der „Ladder of Participation“ (Arnstein 1969) häufig als Maßgabe genutzt, um zu beurteilen, wie sehr Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden, vor allem wie viel Mitspracherecht ihnen bei Entscheidungen eingeräumt wird (Arnstein 1969: 216; Hofer/Kaufmann 2023: 362) oder ob sich die Beteiligung als Alibipolitik herausstellt (Arnstein 1969: 217). Außerdem unterstützen verschiedene Modelle dabei, Beteiligungsformate, Mitbestimmungsmöglichkeiten oder Demokratieformen im Zusammenhang von Stadtentwicklung und Stadtplanung gesellschaftspolitisch einzuordnen (z. B. McAdam/Tarrow/Tilly 2004; Roth 2015; Bertram 2024). Allerdings muss konstatiert werden, dass die Zunahme an informeller und innovativer Öffentlichkeitsbeteiligung nicht per se zu demokratischeren Verhältnissen führte (Swyngedouw 2013).
Hier schließt die Kritik an kommunikativer Planung an, die in einem breiten Literaturstrang agonistischer Planungstheorie ausführlich diskutiert wird (Hillier 2000; Hillier 2003; Gualini 2015; Pløger 2018; 2021; Hesse/Kühn 2023). Postpolitische Verhältnisse in Partizipations- und Planungspraxis (Purcell 2009; Raco 2014; Metzger 2018; McClymont 2019) führen der Kritik folgend dazu, dass Beteiligungsveranstaltungen lediglich zur Legitimierung eines ohnehin bereits feststehenden Konsenses dienen und keine Grundlage für eine Neuverhandlung dessen bieten (Swyngedouw 2009; Allmendinger/Haughton 2012; Mössner 2016; Legacy/Cook/Rogers et al. 2018; Kenis 2019). Formalisierte Partizipation wirkt nahezu wie „tick-a-box processes“ (McAuliffe/Rogers 2018: 227) und Ideen sowie Forderungen, die über bereits vereinbarte Prozesse hinausgehen, bleiben unberücksichtigt (McAuliffe/Rogers 2018: 227). Ausgehend von postpolitischen Verhältnissen in Planungsprozessen liegt es daher nahe, dass planungsbezogener Protest sowohl als eine Politisierung als auch als Erweiterung von Beteiligungsangeboten gelesen wird (Bertram/Kienast 2023), wenn dissensuale Stimmen formalisierte Angebote nicht mehr nutzen (Bertram/Kienast 2023: 337) oder diese verlassen bzw. von vornherein von ihnen ausgeschlossen werden (Legacy 2017: 437; Müller/Buchecker 2025: 656). Durch das Einschreiben hegemonialer Machtgefüge in formalisierte Top-down-Verfahren formieren sich also Aushandlungsräume über Stadtentwicklungspolitik und Planung abseits der formalisierten Partizipationsangebote (Hillier 2000; Legacy 2017; McAuliffe/Rogers 2018). Neben Protesten gehören dazu beispielsweise selbstorganisierte Stadtteilkonvente (vgl. Kettner/Hatesohl 2024: 47–49). Wie einflussreich diese Aushandlungsräume abseits formalisierter Partizipation für Entscheidungen in Stadtentwicklung und Stadtplanung sein können, zeigte Hillier (2000) eindrucksvoll durch ihr Mapping formeller und informeller Stakeholder-Netzwerke sowie deren Beziehungen und Kommunikationsflüssen zueinander auf. Besonders unterstreicht sie die Bedeutung von antagonistischen Stimmen und Konflikten in partizipativer Planung (Hillier 2000: 50). Kühn und Sommer (2023) halten mehr als 20 Jahre später fest, dass das Zulassen von Dissens und die tatsächliche Aushandlung von Planungskonflikten mit derzeitiger politischer Praxis wenig zu tun hat. Denn aktuell anhaltende Krisensituationen wie die Klimakrise sowie Forderungen nach einer Beschleunigung von Planungsverfahren deuten eher „eine Rückkehr zur rationalen Planung [an], in der Partizipationsrechte wieder eingeschränkt, die Interessen des Gemeinwohls technokratisch vom Staat festgelegt und auch gegen Partikularinteressen durchgesetzt werden“ (Kühn/Sommer 2023: 2; vgl. auch Hesse/Kühn 2023: 433). Zwar kommen empirische Arbeiten zu dem Schluss, dass es innerhalb und ausgelöst durch hegemoniale Logiken in der Planung immer wieder politische und antagonistische Momente gibt (Dikeç/Swyngedouw 2017; Legacy 2017; Saleh/Rauws 2022; Müller/Buchecker 2025), die auf die Brüchigkeit postpolitischer Ordnungen hinweisen (Davidson/Iveson 2015; Ruming 2018). Eine andauernde und transparente politische Aushandlung über Konflikte findet allerdings nicht statt (Pløger 2021; 2023).
Die Arena wird in einer postpolitischen Lesart häufig als bedeutungsschwere Metapher genutzt, beispielsweise um mehr Teilhabe einzufordern („citizen-led arenas to animate the political“ (Saleh/Rauws 2022: 1273) oder „arenas outside the apparatus of mainstream consensus-building within planning“ (Allmendinger/Haughton 2012: 98). In diesem Beitrag soll die Arena allerdings nicht nur als Metapher genutzt werden, sondern sowohl als forschungspraktischer Analyseschritt als auch als konzeptioneller Rahmen im Sinne der Situationsanalyse. Mit der Situationsanalyse entwickelte Adele Clarke Anfang der 2000er-Jahre ein „Theorie-Methoden-Paket“ (Clarke 2012: 44–47), das eine reflexive, macht- und ungerechtigkeitssensible Perspektive auf empirische Daten eröffnet (Clarke 2003; 2012; 2022) (vgl. Kapitel 5.2). Eine Arena konstituiert sich dabei durch soziale Welten und in ihr verdichten sich die Perspektiven und Handlungen dieser. Kurzum beschreibt Adele Clarke Arenen wie folgt (Clarke/Star 2008: 113; Hervorhebung i. O.): „If and when the number of social worlds becomes large and crisscrossed with conflicts, different sorts of careers, viewpoints, funding sources, and so on, the whole is analyzed as an arena. An arena, then, is composed of multiple worlds organized ecologically around issues of mutual concern and commitment to action.“
In dieser Beschreibung von Arenen wird deutlich, dass Social Worlds/Arena Maps der Situationsanalyse als Basis für Forschungsfragen über Partizipation in Stadtplanung anschlussfähig sind, da eben solche Akteurekonstellationen und Konflikte hier deutlich zu Tage treten (vgl. Pløger 2018; Kühn 2021).1 Darüber hinaus entfalten nicht-menschliche Aktanten eine Bedeutung für die Konstitution und Interpretation von Arenen. Im Anschluss an die Actor-Network-Theory (ANT; Latour 2007) und inspiriert durch Arbeiten von Haraway (1991) sind sie „not only present in situations but also have agency in those situations“ (Clarke 2021: 238). Materialitäten wie beispielsweise Technologien oder Infrastrukturen (in Ko-Konstitution mit menschlichen/kollektiven sozialen Welten) werden somit als aktive und die Situation oder weitergefasst die soziale Ordnung beeinflussende Aktanten in die Analyse einbezogen (vgl. Glück 2022: 158).
Nach der Methodologie der Situationsanalyse werden Arenen zu Orten, an denen soziale Welten komplex miteinander in Beziehung stehen, Praktiken und Diskurse produziert werden sowie Widersprüche und Konflikte hervortreten (Clarke 2021: 235). Damit entlehnt Adele Clarke das Konzept der Arena im Kern demokratietheoretischen Debatten: Die Arena als Bühne des Politischen (Marchart 2010: 97–98), auf der Bürgerinnen und Bürger als politische Subjekte in die Auseinandersetzung mit der hegemonialen Ordnung gehen und ihre Teilhabe einfordern (Rancière 2002). Schad-Spindler, Fridrik und Landau-Donnelly (2023) sehen an der Schnittstelle von agonistischer Demokratietheorie und sozialen Welten/Arenen, bezugnehmend auf Chantal Mouffe, vor allem das Politische als einen Zugang zu einer öffentlichen konflikthaften Aushandlung (im Kontext von Kulturpolitik). Jacques Rancière konzeptualisiert Demokratie, anders als z. B. Mouffe (2007), nicht als Ordnung oder als einen gesellschaftlichen Zustand (Rancière 2014: 124–125), sondern als einen konflikthaften demokratischen Moment, „in dem die aus der Ordnung Ausgeschlossenen ihre Gleichheit einfordern“ (Rosemann 2013: 42). Dieser Moment ist in Rancières Arbeiten als das Politische konzeptualisiert. Es ist der Raum und der Moment, in dem sich Polizei (die Ordnung herstellende Mechanismen) und Politik (die Ordnung störende politische Subjektivierung) begegnen und die Ordnung in einem Konflikt (Streithandel) in Frage stellen (Rancière 2014: 129–130). Als emanzipatorischer Moment ist das Politische dabei nie von Dauer, denn sobald demokratische Strukturen institutionalisiert und in einen festen, nicht mehr brüchigen Rahmen gegeben werden, entstehen wieder ungleiche (polizeiliche) Ordnungen (Dikeç 2005: 177–178; Rosemann 2013: 46).
Verstehen wir nun Partizipationsangebote in Planungsprozessen als Möglichkeit zur demokratischen Teilhabe, dann ist Rancières Verständnis eines momenthaften politischen Ereignisses anschlussfähig für die Planungs- bzw. Partizipationspraxis (z. B. informelle Planungswerkstätten oder Demonstrationen). Partizipation besitzt demnach eine momenthafte politische Formation (Legacy 2017: 426), beispielsweise dann, wenn Bürgerinnen und Bürger die formalisierte Beteiligung verlassen, weil ihre Anliegen nicht gehört werden und sie eigene informelle Räume der Partizipation eröffnen, in denen alternative Ansätze für stadtentwicklungspolitische Fragen entstehen können (Legacy 2017: 429–430; Hillier 2000). Im Anschluss an das, was Rancière als ‚das Politische‘ begreift, ist ebenso die Arena ein kontingentes, brüchiges und temporäres „Terrain der Artikulation von Politik“ (Mullis/Schipper 2013: 83) in öffentlichen konflikthaften Aushandlungen. Clarke betont ebenfalls, wie transparent und kontingent die Grenzen einer Arena sind (Clarke 2003: 559–560) – weitere soziale Welten und Positionen können sie so gesehen betreten oder verlassen. Das Konzept der Arena nach Clarke ermöglicht es, postpolitische Perspektiven auf soziale Ordnungen weiterzudenken. Ihr Verständnis über das Kommen und Gehen sozialer Welten in Arenen hilft dabei, die Dynamik zwischen Polizei und Politik oder Konsens und Dissens – im Sinne Rancières – differenziert zu betrachten. Denn diese Dynamik zeigt sich nicht zwingend als klarer Bruch, sondern kann als komplexes Nebeneinander auftreten. Mit dem Bild der Arena gesprochen: Soziale Welten begegnen sich konfrontativ genauso wie kooperativ in miteinander verflochtenen Arenen, in denen Grenzen fluide sind. So können ebenfalls implizite und stumme Akteure und Aktanten (Clarke/Washburn/Friese 2022: 12), die Rancière als ungehörte Stimmen (Lärm) in der hegemonialen Ordnung versteht, durch politische Momente die Grenzen der Arenen aufweichen und Teil ihrer Aushandlung werden (Rancière 2002: 47–48). Die Arena als konzeptioneller Rahmen sowie ihre methodische Konstitution (der Situationsanalyse folgend) kann politische Momente also empirisch greifbar machen.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Instituts für Demokratie- und Partizipationsforschung und des Vereins Mehr Demokratie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Kommunen seit einiger Zeit vermehrt auf losbasierte Formate setzen, um (stadt)politische Themen mit Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren und zu bearbeiten (Wieczorek/Freier/Oppold 2024; vgl. auch Hesse/Kühn 2023; Sommer 2024). Die Studie befasst sich mit der Entwicklung von Bürgerräten in Deutschland zwischen 2000 und 2023. Im bundesweiten Vergleich zählt die Stadt Münster neben Bochum, München und Aachen zu den Kommunen, die losbasierte Verfahren zur Bürgerbeteiligung am aktivsten umsetzen (Wieczorek/Freier/Oppold 2024: 12).2 Zugleich ist die Stadt Münster keine Vorreiterin in Sachen demokratisch-partizipativer Beteiligung. Im Kontext lokaler Agenda-21-Prozesse der 1990er-Jahre wurde Partizipation explizit im Hinblick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung kontextualisiert. Hier gilt beispielsweise Freiburg nicht nur als Positivbeispiel für Nachhaltigkeit (Mössner 2016), sondern auch für eine progressive Beteiligungskultur, in der Bürgerinnen und Bürger über Bürgerentscheide oder stadtteilbezogene Bürgervereine Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen können (Mössner 2016; Hagen/Nassar/Pijawka 2017). In Münster spielt eine „gute Öffentlichkeitbeteiligung“ (Stadt Münster 2022) als Querschnittsthema für nahezu jedes stadtentwicklungspolitische Vorhaben eine Rolle (Stadt Münster 2019a: 48). Die Idee einer „Mitmachstadt“ (Ratsantrag der CDU-Fraktion Münster 2014) wird seit vielen Jahren in der Umsetzung von Planungsvorhaben konsequent mitgedacht (Stadt Münster 2019a). Außerdem wurden die Gewährleistung von Transparenz im Sinne einer frühzeitigen und kontinuierlichen Information der Bürgerinnen und Bürger sowie das Angebot von Beteiligungsveranstaltungen, die Bürgerinnen und Bürger zum Mitgestalten anregt, als elementare Bausteine für eine lokale Beteiligungskultur identifiziert (Stadt Münster 2019a).
Die Bedeutung von Partizipation in Münster ist zudem eng verknüpft mit der Prognose eines stetigen Bevölkerungswachstums für die Stadt. Eine Planungswerkstatt zwischen 2016 und 2018 beschäftigte sich vor diesem Hintergrund mit der Erschließung von Flächen im Außenbereich der Stadt für neuen Wohnraum (Stadt Münster 2019b). Während es für den Prozess dieses sogenannten Wohnsiedlungsflächenkonzeptes 2030 kaum Partizipationsangebote für Bürgerinnen und Bürger gab (Stadt Münster 2019b: 7), setzte die Stadt für die darauf aufbauende Entwicklung neuer urbaner Stadtquartiere frühzeitige und aufwendige Partizipationsverfahren um, so beispielsweise auch bei dem 2020 (Ratsbeschluss) angestoßenen Modellquartier-Prozess, über den das meiste empirische Material für diesen Beitrag vorliegt und ausgewertet wurde. Die ersten zweitägigen Planungswerkstätten für zwei der fünf Modellquartiere im Nordwesten fanden im Mai 2022 statt, für drei weitere Quartiere im Südosten der Stadt im September desselben Jahres.3 An den jeweils zwei Tagen hatten Teilnehmende die Möglichkeit, Spaziergänge und Fahrradtouren durch die zukünftigen Quartiere und ihre Umgebung zu machen, Impulsvorträge internationaler Planerinnen und Planer sowie Architektinnen und Architekten zu besuchen und in ganztägigen Workshops zu Fragen der Nachhaltigkeit, des Arbeitens, des Zusammenlebens und der Mobilität der Quartiere zu arbeiten. Seit den Werkstätten fanden und finden unregelmäßig, aber kontinuierlich weitere Veranstaltungen statt, in denen Bürgerinnen und Bürger über Ergebnisse und weitere Schritte informiert werden. Neben den Modellquartieren gibt es in Münster weitere Planungsvorhaben für neue Stadtquartiere,4 ein Modellcharakter wird jedoch lediglich den fünf skizzierten Quartieren zugeschrieben. Dadurch erhalten sie eine besondere stadtentwicklungspolitische Bedeutung, denn in dem Modellcharakter stecken die Hoffnung und das Ziel, Bestrebungen des lokalen Klimaschutzes, neue Mobilitätskonzepte, die Standortentwicklung als innovative Wissenschaftsstadt sowie ein gemeinwohlorientiertes Miteinander integriert umzusetzen (Stadt Münster 2023).
Obwohl sich Zielkonflikte bei der Entwicklung neuer Stadtquartiere – insbesondere, wenn sie im Außenbereich geplant sind – nahezu aufdrängen und offengelegt sowie ausgehandelt werden sollen (Stadt Münster 2019a: 52–53), gab es in den Workshops und zahlreichen Informationsveranstaltungen nur wenig Raum, um diese zu verhandeln. In Münsters transformativer Stadtentwicklungspolitik spielen die Fragen, ob freie (Grün‑)Flächen für neuen und bezahlbaren Wohnraum genutzt oder im Sinne des Klimaschutzes ökologisch aufgewertet werden sollen, eine große Rolle (Stadt Münster 2019a: 52–53). Dies zeigt sich deutlich in der Planung der Modellquartiere. Der Beteiligungsprozess für die Modellquartiere steht stellvertretend für eine Vielzahl anderer Partizipationsangebote in Münster im Kontext transformativer Stadtentwicklung. Dazu zählen beispielsweise die Erarbeitung eines Klimastadtvertrags oder Stadtforen und Verkehrsversuche zur Zukunft der Mobilität. Dabei ist Münster kein Einzelfall, sondern es zeigt sich die Entwicklung dialogorientierter Prozesse in der Gestaltung von Stadtplanung (vgl. Kapitel 2), wie sie in vielen deutschen Städten umgesetzt werden. Die jeweiligen Partizipationsangebote sind größtenteils durch die Fachöffentlichkeit geprägt – das heißt neben anderen zum Beispiel Stadtplanerinnen und Stadtplaner sowie Expertinnen und Experten externer Agenturen, lokale Politikerinnen und Politiker, Beschäftigte der Stadtverwaltung, Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die in der nachfolgenden Situationsanalyse einen zentralen Stellenwert als „soziale Welten“ einnehmen.
Für die Arbeit mit der Situationsanalyse greife ich auf unterschiedliche empirische Materialien zurück, die in einem Zeitraum zwischen 2022 und 2024 erhoben wurden. Den Kern des Materials macht eine Interviewstudie (22 Gespräche) aus, in der ich mit Politikerinnen und Politikern, Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, Mitgliedern von Initiativen und Beiräten, Beteiligten aus Planungsbüros und der Immobilienentwicklung über die Planung der fünf neu entstehenden Modellquartiere in Münster gesprochen habe. Zum Zeitpunkt der Interviews hatte die Stadt Münster bereits die zwei skizzierten Planungswerkstätten (vgl. Kapitel 4) zu den Modellquartieren durchgeführt. Der Schwerpunkt der Gespräche lag daher häufig auf Beobachtungen in diesen Werkstätten, die Interviewpartnerinnen und -partner thematisierten aber auch weitere Erfahrungen, die sie in anderen Partizipationsangeboten machten. Zusätzlich nahm ich aktiv an verschiedenen (vorwiegend kommunalen) Öffentlichkeitsbeteiligungen in Münster teil und wertete Beobachtungsnotizen darüber aus. Dazu zählen die Werkstätten und weitere Veranstaltungen zu den Modellquartieren (z. B. Ergebnispräsentationen, Vorstellungen städtebaulicher Entwürfe), Stadtforen zum Thema Klimaschutz oder Demokratie sowie Veranstaltungen zu stadtentwicklungspolitischen Themen – informelle Partizipationsformate stehen also im Fokus der Analyse. Zudem zog ich diverse Dokumente wie politische Beschlüsse, Stellungnahmen oder Pressemitteilungen zu der Analyse hinzu. Für die Situationsanalyse strukturierte ich das Material zunächst mithilfe eines Kategoriensystems vor, um darauf aufbauend drei Mappings durchzuführen.
Um eine Situation zu konstituieren, werden möglichst umfassende situative Elemente gesammelt, weshalb es sich empfiehlt, auf ein breites empirisches Material zurückzugreifen (Clarke 2003: 553–554). Dazu zählen individuelle und kollektive menschliche Akteure sowie von ihnen ausgehende diskursive Konstruktionen, nicht-menschliche Elemente (mit ebenfalls diskursiven Konstruktionen), implizite/stumme Akteure und Aktanten, in der Regel umstrittene Themen, weiterführende Diskurse sowie politische, symbolische, zeitliche und räumliche Elemente (Clarke 2003: 564). Für die Konstitution einer oder mehrerer Arenen richtet sich der Analysefokus dann zunächst auf alle kollektiven Akteure der Situation, denn diese bilden den Kern sozialer Welten ab (Clarke/Washburn/Friese 2022: 14). Soziale Welten wiederum teilen gemeinsame Haltungen und Perspektiven und bilden daraus eine kollektive Identität sowie Handlungen aus (commitment to collective action), die sie in der Arena vertreten oder ausüben (Clarke/Washburn/Friese 2022: 14).
Wie eingangs erwähnt, wurde die Situationsanalyse in der Raumforschung und Stadtplanung bisher kaum angewendet, obwohl ihr ein räumlicher Bezug inhärent ist (vgl. Kling 2023). Um die Anwendung der Situationsanalyse zu diskutieren, werde ich an dieser Stelle das forschungspraktische Vorgehen etwas detaillierter reflektieren.5 In der Messy Situational Map über Beteiligungskultur und Partizipation in Münster kristallisierten sich viele unterschiedliche Partizipationsangebote heraus, aber auch Formate, die eine Aushandlung markieren, jedoch nicht die Öffentlichkeit einbeziehen. Letztere sind beispielsweise Jurysitzungen in Wettbewerbsverfahren oder im Fall von Münster sogenannte Lenkungskreise, vor allem bestehend aus Politikerinnen, Politikern, Beraterinnen und Beratern, die Ergebnisse aus der Beteiligung zu den Modellquartieren vorab beraten und über Auslobungstexte entschieden haben. Darüber hinaus sind Planungswerkstätten, Stadtforen, Reallabore und Verkehrsversuche sowie Bürgerkonvente Beispiele für informelle Partizipationsangebote. Zunächst erschien es sinnvoll, letztere als eigenständige Arenen zu analysieren, da jedes der Formate eine spezifische Aushandlung widerspiegelt. Da sich eine Arena allerdings erst durch soziale Welten konstituiert und sich abzeichnete, dass die Formate von ähnlichen sozialen Welten beeinflusst werden, führte ein isolierter Fokus auf einzelne Veranstaltungen nicht zu tiefgreifenden Erkenntnissen. Vielmehr wurde deutlich, dass die sozialen Welten wiederkehrend sind: Sie prägen zwar die einzelnen Formate, bilden jedoch in einer erweiterten, situativen Betrachtung nicht viele kleine, sondern einige große Arenen ab.
Zu den sozialen Welten, die sich aus dem empirischen Material ergeben und die Situation prägen, gehören beispielsweise zivilgesellschaftlich aktive Initiativen, Investorinnen und Investoren, Mitarbeitende im Stadtplanungsamt oder externen Planungsbüros. Für den darauffolgenden Analyseschritt, das Mapping der sozialen Welten und Arenen, wurden mehrere erneut zunächst abstrakte und chaotische Maps angelegt. Die Visualisierung aller sozialen Welten sowie zusätzliche für die Situation relevante Dimensionen wie beispielsweise symbolische Elemente oder implizite kollektive Akteure ist herausfordernd. Zumal für diese Analyse die Situation recht komplex konzipiert ist (Arbeitstitel: Beteiligungskultur und Partizipation in transformativer Stadtentwicklungspolitik in Münster). Ein solches Vorgehen ist jedoch nicht unüblich (z. B. Alonso-Yanez/de Castell/Thumlert 2022; Glück 2022). Durch den iterativen Analyseprozess und die Reflexion beim Erstellen der Maps wurde die Komplexität der Partizipationslandschaft in Münster deutlich. Die Analyse deutete früh darauf hin, dass es bei Bemühungen um gute Öffentlichkeitsbeteiligung nicht um die Qualität eines konkreten Partizipationsformates geht, sondern darum, welche übergeordneten Arenen sich bilden und wie die Aushandlung in den Arenen organsiert und umgesetzt wird.
Die Visualisierung der Social Worlds/Arena Map in Abbildung 1 bildet ein „Work in Progress“ des Analyseprozesses ab und ist nicht als abstraktes, fertiges Modell für die Partizipationslandschaft in Münster zu verstehen. Die Maps, die während einer Analyse erstellt werden, werden selten als allumfassend und final betrachtet und können skizzenhaft bleiben (Clarke 2012: 154). Es geht darum, für weitere empirische Eindrücke offen zu bleiben sowie neue Erkenntnisse während der Analyse einfließen zu lassen (Clarke 2012: 152). Abbildung 1 unterstützt an dieser und der folgenden Stelle des Beitrags das Verständnis darüber, wie und wann sich Arenen konstituieren und wie sich soziale Welten gegenseitig beeinflussen und die Aushandlungen über transformative Stadtentwicklung und Stadtplanung in Münster prägen. Aus dem empirischen Material kristallisieren sich drei Arenen in und abseits formalisierter Partizipation in Münster heraus: die Arenen der formalisierten und der selbstorganisierten Aushandlung sowie die Lobby-Arena (vgl. Abbildung 1).
Die empirisch größte Arena ist die der formalisierten Aushandlung (vgl. Abbildung 1). Zwar entstehen durch das Mapping nur grobe Zeichnungen sozialer Welten und Arenen, ihre unterschiedlichen Größen repräsentieren jedoch demonstrativ Einflussmöglichkeiten, Sichtbarkeiten und Machtverhältnisse zueinander (Clarke 2012: 154). Die Arena formalisierter Aushandlung steht im Fall von Münster stellvertretend für eine Vielzahl an überwiegend informellen Partizipationsangeboten, zu denen Bürgerinnen und Bürger sowie ausgewählte Stakeholder aktiv eingeladen werden. Sie konstituiert sich aus diversen sozialen Welten, zu denen unter anderem die Stadtverwaltung als übergeordnete Institution, genauso wie einzelne Ämter oder Stabsstellen, der Stadtrat inklusive seiner Fraktionen und Ausschüsse, externe beratende Planungsbüros sowie politisch engagierte Initiativen zählen. Letztere bilden maßgeblich die Arena der selbstorganisierten Aushandlung (vgl. Abbildung 1). Sie ist zwar eng mit der formalisierten Aushandlung verbunden, eröffnet allerdings durch Partizipationsangebote wie Demonstrationen, Proteste oder Bürgerkonvente eigenmächtige und selbstorganisierte Aushandlungsräume abseits dieser. Diese Arena ist dabei nicht als ein autonomer Gegenentwurf zur formalisierten Beteiligung zu verstehen, denn wie das empirische Material und die Analyse zeigen, wirken Politikerinnen, Politiker, Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler oder Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter stellenweise in dieser Arena mit, sie sind jedoch nicht entscheidend für ihre Konstitution. Ein anschauliches Beispiel für Münster ist der Hansakonvent (vgl. Abbildung 1) als quartiersbezogenes Partizipationsangebot, in dem über Entwicklungen im Quartier, vor allem über gemeinwohlorientierte Projekte, informiert und beraten wird. Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils werden zufällig ausgelost. Zudem werden Stakeholder aus Politik und Verwaltung eingeladen, um eine direkte Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen.
In einem Interview mit einer Person aus der Quartiersinitiative Hansaforum (diese organisiert den Hansakonvent, vgl. Abbildung 1), wird die Kooperation zwischen sozialen Welten in den Arenen formalisierter und selbstorganisierter Aushandlung untermauert. Einerseits nehmen Mitglieder dieser und anderer engagierter Initiativen in Beteiligungsveranstaltungen wie zu den Modellquartieren eine Rolle als kritische Beobachterinnen und Beobachter ein. So kritisierte die befragte Person, dass in den Werkstattverfahren zu den neu entstehenden Modellquartieren in Münster weniger die Öffentlichkeit als vielmehr Investoren sowie Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter vertreten waren. Andererseits entsteht in der alltäglichen Arbeit der Initiative, die die Arena der selbstorganisierten Aushandlung gestaltet, eine ‚Brücke‘ in das Stadtplanungsamt. Durch ein vertrauensvolles Verhältnis zu einer Ansprechperson kann Kritik angebracht und können Informationen vertraulich eingeholt werden, wie das folgende Zitat verdeutlicht: „Wir versuchen jetzt gerade im Zuge unserer Öffentlichkeitsarbeit das [Modellquartier-Verfahren] publik zu machen. Ohne das Verfahren zu verkaufen, sondern [zu sagen]: ‚Leute, es passiert was im Viertel.‘ Aber wie es so richtig weitergeht oder wann wir uns noch mal beteiligen könnten, dass wir uns vielleicht auch darauf vorbereiten, das ist nicht so ganz transparent. Also man müsste jetzt auch schon wirklich sehr in den Kreisen drin sein oder mit [der Person aus dem Stadtplanungsamt] Kontakt haben, nochmal anrufen. Das könnten wir auch machen. Das sind auch die Brücken, die wir haben teilweise. Wir könnten [die Person] jetzt anrufen, wir sind gut mit ihr gestellt und sie würde uns das sagen – also das heißt nicht diese Geheimnistuerei – aber wir sind ja in dieser privilegierten Position. Das ist kein direkter Dienstweg, aber vertraulich teilweise mit [der Person] sprechen zu können“ (Interview, Initiative für gemeinwohlorientierte Quartiersentwicklung Münster 2023).
Die in dem Interview erwähnte Brücke beschreibt außerdem symbolische und soziokulturelle Elemente, die neben klassischen sozialen Welten in die Situationsanalyse einbezogen und sichtbar werden. In diesem Fall ein gegenseitiges Verständnis für die Logiken und Prozesse der involvierten sozialen Welten sowie Vertrauen in eine gemeinsame Zusammenarbeit (vgl. Abbildung 1). Dies spiegelt sich unter anderem konzeptionell in den Leitorientierungen für gute Öffentlichkeitsbeteiligung (Stadt Münster 2022) wie auch in der praktischen Umsetzung von Partizipationsangeboten wider. Zugleich nehmen engagierte Initiativen wahr, dass „der Wille da ist, [Beteiligung] besser zu machen“ (Interview, Initiative für alternatives Wohnen und Kultur 2023). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung „schlagen einen vertrauensvollen Weg ein“ und „legen keine Steine in den Weg, sondern gehen in den Diskurs“ (Interview, Initiative für gemeinwohlorientiert Quartiersentwicklung Münster 2023).
Die Arena der selbstorganisierten Aushandlung mag nun den Eindruck einer engagierten und politisierten Zivilgesellschaft in Münster vermitteln. Tatsächlich zeigt das empirische Material, dass Bürgerinnen und Bürgern wiederholend zugeschrieben wird, sie seien besonders aktiv, interessiert und engagiert in der Gestaltung von Planungsprozessen. In der Ordered Situtional Map wurde dies als diskursive Konstruktion aufgenommen. In Interviews mit diversen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern heißt es dazu beispielsweise: „[…] in Münster [ist] natürlich eine ganz große, hohe Aufmerksamkeit in der Stadtgesellschaft für solche [z. B. Modellquartiere] Planungsprozesse. Man merkt […], dass Münster echt planungsaffin agiert und diese Partizipationsprozesse auch in Münster anerkannt sind oder mit angeschoben werden“ (Interview, Planungsbüro 2023). „Und das Besondere in Münster ist, dass es eine sehr engagierte Bürgerschaft gibt, die extrem Druck macht“ (Interview, Immobilienentwicklung 2023). Und es bestehe „[…] ein größerer Mitgestaltungswille und eine größere Mitgestaltungsbereitschaft seitens der Zivilgesellschaft“ (Interview, Stadtplanungsamt I Münster 2023).
Die Arbeit mit der Situationsanalyse macht an dieser Stelle eine weitere soziale Welt außerhalb der drei Arenen sichtbar: Die ‚nicht engagierten Bürgerinnen und Bürger‘. Sie werden in der Situation als implizite oder stumme Akteure aufgenommen. Empirisch hingegen werden sie als nicht erreichbar und desinteressiert beschrieben: „Was Sie nie erreichen in solchen Beteiligungsverfahren ist ein Querschnitt der Bevölkerung, weil viele Menschen entweder kein Interesse daran haben, weil es sie nicht betrifft und/oder keine Zeit haben. Auch so viel Zeit zu investieren, um überhaupt erst mal gedanklich dareinzufinden und sich einzubringen“ (Interview, Stadtplanungsamt II Münster 2023). Die Umschreibung als ‚nicht engagiert‘ ist hier bewusst provokant gewählt, um sie den empirisch hervorstechenden engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegenüberzustellen. Zwar geht aus den empirischen Daten nicht hervor, was diese soziale Welt im Detail ausmacht und ob sie in anderen stadtentwicklungspolitischen Fragen oder politischen Zusammenhängen aktiv ist, jedoch soll hier deutlich werden, dass nicht engagierte Bürgerinnen und Bürger durch die Situationsanalyse empirisch in Erscheinung treten und Teil der analysierten Gesamtsituation sind.
Die Lobby-Arena als dritte Arena in Münsters Partizipationslandschaft wird im Sinne der Situationsanalyse nur indirekt durch soziale Welten konstituiert. Stattdessen zeigen sich in den empirischen Daten vor allem materielle – oder in der Sprache der Situationsanalyse nicht-menschliche – Elemente, die darauf hinweisen, dass die skizzierten Arenen (formalisiert und selbstorganisiert) die Situation nicht vollständig erfassen können. Die dadurch entstehende Lücke wird durch die Konstitution der Lobby-Arena aufgefangen, indem sie Partizipationsformen und Aushandlungen abbildet, die meist zwar nicht öffentlich ausgetragen werden, jedoch Logiken, Konflikte und Praktiken in der formalisierten und selbstorganisierten Aushandlung beeinflussen können. Ein Beispiel liefert ein Interview mit einer Person aus einem Klimabündnis (vgl. Abbildung 1). Diese beschreibt, wie das Bündnis durch Stellungnahmen an die Politik und Gespräche mit Politikerinnen und Politikern erreicht hat, dass das integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) der Stadt kurz vor seinem Beschluss geändert wurde: „Und wir haben eben von der Koalition gefordert, dass sie das [ISEK] ablehnen sollen. Und sie haben dann in Punkt eins, in der Änderungsvorlage erwirkt, dass Klimaneutralität Priorität hat. […] Also das ist ein Erfolg“ (Interview, Klimabündnis 2023). Das ISEK ist wiederum die stadtentwicklungspolitische Grundlage, auf der Partizipationsangebote wie Klimaforen, die Aushandlung eines Klimastadtvertrages oder die Werkstattverfahren zu den Modellquartieren konzipiert werden. Darüber hinaus wählt das Klimabündnis an dieser Stelle nicht nur eine lobbyistische Strategie, sondern auch ein demokratisches Mittel (Stellungnahmen und Einfordern von Gesprächen mit der Politik), um in die Verhandlung über stadtentwicklungspolitische Ziele zu gehen und um diese infrage zu stellen, da es in der Arena formalisierter Aushandlung kein entsprechendes Angebot gibt oder sie an anderen Stellen ausgeschlossen werden (z. B. Expertengremien).
Die Lobby-Arena ist aufgrund ihres eher intransparenten Charakters nicht nur schwer abzubilden, sie ist auch komplex. Empirisch lässt sich die Arena und ihre Aushandlungsmodi an einigen Beispielen sehr gut nachzeichnen, an anderen wiederum werden sie nur angedeutet. Die empirisch identifizierten nicht-menschlichen Elemente in der Situation, wie eben Stellungnahmen oder auch von Initiativen eigenmächtig erstellte planerische Entwürfe, spielen aufgrund ihrer agency (Clarke 2021: 238) eine entscheidende Rolle in der Konstitution der Arena (wie im Beispiel des ISEK). Außerdem geben sie einen Hinweis auf die involvierten sozialen Welten ‚dahinter‘ und dennoch lassen sich diese nicht immer eindeutig rekonstruieren. Durch die Analyse liegt hier die Vermutung nahe, dass die Lobby-Arena sowohl größer ist, als sie in Abbildung 1 dargestellt wird, als auch, dass sie einflussreicher sein kann, als das Beispiel andeutet. Auch wenn die Arena fragmentiert und uneindeutig erscheint, ist sie für die Analyse der Gesamtsituation von Bedeutung, denn sie macht stadtentwicklungspolitische Aushandlungen in Münster sichtbar, die die Arenen der formalisierten und selbstorganisierten Aushandlung nicht sichtbar machen.
Mit dem Verständnis einer Arena als Aushandlungsraum, in dem Grenzen porös, Aushandlungen fluide und Diskurse widersprüchlich sein können (Clarke/Washburn/Friese 2022: 15), werden sie zu kontingent gesellschaftlichen Gefügen, in denen Logiken, Ordnungen und Perspektiven sozialer Welten umkämpft sind. Ein Infragestellen des Status quo zeigt sich am Beispiel von Münster empirisch sehr deutlich an der Schnittstelle zwischen Arenen der formalisierten und selbstorganisierten Aushandlung sowie der Lobby-Arena. In Formaten wie den Münsteraner Planungswerkstätten zu den Modellquartieren machen engagierte Initiativen (als soziale Welten in der Arena der selbstorganisierten Aushandlung sowie stellvertretend in der Lobby-Arena) die Erfahrung, dass ihre Stimme und somit ebenso ihre Kritik an vorherrschender Stadtentwicklungspolitik und Stadtplanung nicht gehört wird. Sie verlassen ihre zugewiesenen Plätze (Rancière 2002: 41) in den Planungswerkstätten und werden zu eigenmächtigen und politischen Subjekten in ihrer eigenen Aushandlung (Rancière 2002: 41). Erst durch den Prozess der politischen Subjektivierung entsteht die Arena der selbstorganisierten Aushandlung, in der soziale Welten eigene Angebote schaffen sowie Kritik und alternative Konzepte zunächst sichtbar, aber auch verhandelbar machen. Wenngleich die politische Subjektivierung als „transformative force“ nur temporär sein kann (van Wymeersch/Vanoutrive/Oosterlynck 2020: 212), bildet sich durch die Arena der selbstorganisierten Aushandlung ein beständiges und einflussreiches Korrektiv zur Arena der formalisierten und somit Top-down-Aushandlung (vgl. Hillier 2000; Legacy 2017; Bertram/Kienast 2023; McAuliffe/Rogers 2018). Als ein solches Korrektiv fungiert ebenso die Lobby-Arena. Empirisch konstituiert sich diese zwar überwiegend durch nicht-menschliche Elemente wie Stellungnahmen oder alternative planerische Entwürfe, jedoch fordern die sozialen Welten ‚dahinter‘ stellvertretend ein, dass ihre Stimme und ihre Kritik gehört werden (Rancière 2002: 41–42).
Die soziale Welt der nicht engagierten Bürgerinnen und Bürger repräsentiert die Ausgeschlossenen (Rancière 2002) aus der hegemonialen Partizipationslandschaft. In Abbildung 1 ist sie abseits der Arenen dargestellt und erweckt zunächst den Anschein einer nebulösen, unscheinbaren Gruppe. Gleichzeitig ist sie nah an den porösen Grenzen der Arenen positioniert, denn grundlegend besteht die Möglichkeit, die Arenen der Aushandlungen zu betreten. Beispielsweise dann, wenn für Partizipationsangebote Bürgerinnen und Bürger zufällig ausgelost und eingeladen werden (wie es im Beispiel des Hansakonvents in Münster beschrieben wurde) oder wenn Bürgerinnen und Bürger aus einer Betroffenheit heraus zu politischen Subjekten werden und bestehende Partizipationsverhältnisse in politischen Momenten herausfordern (Rancière 2014: 129–130).
Vor dem Hintergrund einer dialogorientierten Planungspraxis (vgl. Kapitel 2) erscheint es recht erwartbar, dass wie in dem Beispiel von Münster Brücken zwischen Mitgliedern von Quartiersinitiativen und Mitarbeitenden der Stadtverwaltung geschlagen werden. In einer Rancière’schen Lesart markieren diese Brücken einerseits postpolitische Verhältnisse, andererseits sind es eben diese Verhältnisse und Dynamiken („kein direkter Dienstweg, aber vertraulich teilweise mit [der Person] sprechen zu können“), an denen sich politische Momente entfachen können, zum Beispiel dann, wenn die Rolle als eine kooperative Initiative einen reservierten Platz in Planungswerkstätten ermöglicht, in denen zumindest versucht werden kann, bestehende Pläne infrage zu stellen. Diese Dynamik zwischen konsensorientierter Zusammenarbeit und dissensualen Stimmen ist nicht zwingend destruktiv. Im Gegenteil, nach Rancière (2014: 129) entstehen genau dann politische Momente, die als komplexe und manchmal widersprüchliche Ereignisse sichtbar werden können. Die Brücke kann produktiv werden, wenn sie die Grundlage für transparente, kontinuierliche und konflikthafte Aushandlungsprozesse bildet, die zwar theoretisch gefordert, jedoch in einer (ant)agonistisch orientierten Planungspraxis bisher nicht umgesetzt werden (Pløger 2021: 1298–1299; Hesse/Kühn 2023). Hier werden Anknüpfungspunkte für sowohl Planungstheorie als auch Planungspraxis deutlich, indem Spannungen, alternative Perspektiven und Konflikte auf einer Vertrauensbasis anerkannt und bearbeitet werden. Es erfordert jedoch ebenso ein „rethinking how meetings are run, agendas are set and who takes part in the group“ (Bond 2011: 179), anstatt immer mehr oder besser ausgefeilte Partizipationsangebote in der Arena der formalisierten Aushandlung zu etablieren. Zukünftige Planungswerkstätten in Münster – für die Modellquartiere oder andere transformative Vorhaben – könnten davon profitieren, Quartiersspaziergänge oder Workshops von lokalen Initiativen statt von renommierten Architekturbüros gestalten zu lassen. Dies würde nicht nur andere Perspektiven einbringen, sondern vermutlich auch zu veränderten Abläufen, Themen und Teilnehmenden der Formate führen.
An der Schnittstelle zwischen der situationsanalytischen Arena und Überlegungen von Jacques Rancière zu momenthafter politischer Partizipation entwickelte ich in diesem Beitrag einen konzeptionellen Rahmen für die Untersuchung von Aushandlungsprozessen in transformativer Stadtentwicklungspolitik in Münster. Die Partizipationslandschaft in Münster macht beides sichtbar: konsensual entpolitisierte Aushandlungsräume im Sinne einer postpolitischen Kritik, genauso wie Prozesse politischer Subjektivierung durch politische Momente. Letztere entfachen sich gerade dann, wenn soziale Welten die brüchigen Grenzen ihrer Arena verlassen, um Logiken und Perspektiven in einer anderen Arena neu zu verhandeln – in Münster beispielsweise in der Forderung nach konsequentem Klimaschutz in stadtentwicklungspolitischen Entscheidungen. Die in diesem Beitrag empirisch skizzierten politischen Momente legen außerdem offen, dass es in dem Aufeinandertreffen verschiedener sozialer Welten ein gegenseitiges Verständnis und eine Vertrauensbasis geben kann. Eine konfliktträchtige und zugleich verständnis- und vertrauensvolle Beziehung zwischen sozialen Welten, so argumentiere ich, sollte in einer politischen Partizipations- sowie (ant)agonistischen Planungspraxis als Grundlage verstanden werden, auf der Spannungen, Widersprüche und Konflikte anerkannt und bearbeitet werden können, jedoch nicht direkt gelöst werden müssen. In der Partizipationslandschaft von Münster zeigt sich, dass eine konflikthafte Aushandlung meist abseits (vgl. z. B. ISEK und die alltägliche Arbeit der Quartiersinitiative) und nicht in informellen Partizipationsangeboten entsteht. Anstatt letztere so zu konzipieren, möglichst konsensuale und zufriedenstellende Ergebnisse präsentieren zu können, sollte das inhärent Politische in Planungs- und Partizipationsprozessen reflektiert werden. Denn wie die Analyse unterstreicht, sind es die politischen Momente, die auf ungehörte Stimmen und Forderungen nach Veränderung aufmerksam machen. Bereits etablierte Formate wie die hier beschriebenen mehrtägigen Planungswerkstätten oder temporär-experimentelle Umgestaltungen städtischer Strukturen (z. B. Verkehrsversuche, Zwischennutzungen) sind hierbei anschlussfähig, um Aushandlungsräume zu konstruieren, in denen beispielsweise Zielkonflikte nicht nur implizit, sondern direkt diskutiert werden. Offen bleibt jedoch, wie eben solche konfrontativen Räume in der gängigen Planungspraxis gestaltet werden können. Möglicherweise kann dabei die metaphorische Bedeutung der Arena als Bühne des Politischen wiederum inspirierend sein. Die Frage nach der Anschlussfähigkeit der Situationsanalyse für Fragen der Stadt- und Raumforschung kann anhand der einzelnen Fallstudie sowie des Fokus auf soziale Welten und Arenen an dieser Stelle nicht abschließend beantwortet werden und erfordert weitere empirische Forschung.
Was die Fallstudie jedoch zeigt, ist, dass die Mappings der Situationsanalyse ein fundiertes und relationales Verständnis der Situation (hier der Beteiligungskultur und Partizipation in transformativer Stadtentwicklungspolitik in Münster) zulassen. Verknüpft mit planungstheoretischen Ansätzen kann die Situationsanalyse nicht nur als forschungspraktisches Tool, sondern auch als konzeptioneller Rahmen genutzt werden.
Für weitere Untersuchungen zu Partizipationsarenen in transformativer Stadtentwicklungspolitik wäre es aufschlussreich, jedes Mapping der Situationsanalyse systematisch durchzuführen. So ließen sich tiefere Einblicke in das Entstehen und die Dynamiken momenthafter politischer Partizipation gewinnen – und damit auch die Potenziale für Veränderungen in Prozessen der Stadtentwicklung und Stadtplanung besser verstehen.
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| Stadt Münster (2019a): Integriertes Stadtentwicklungskonzept Münster 2030. Baustein C: Zehn Leitthemen für Münster. Münster. |
| Stadt Münster (2019b): Planungswerkstatt 2030. Dokumentation des Prozesses zur Erarbeitung des Wohnsiedlungsflächenkonzepts 2030. Münster. |
| Stadt Münster (2022): Leitorientierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung. https://www.muensterzukunft.de/_Resources/Persistent/0/6/9/6/0696296735cb5e798d53d4f5424b49d5c532da84/Leitorientierungen_Muenster.pdf (18.12.2024). |
| Stadt Münster (2023): Werkstattverfahren. Modellquartiere am Kinderbachbogen. Steinfurter Straße | Busso-Peus-Straße. Dokumentation (Kurzfassung). Münster. |
| Swyngedouw, E. (2009): The Antinomies of the Postpolitical City: In Search of a Democratic Politics of Environmental Production. In: International Journal of Urban and Regional Research 33, 3, 601–620. https://doi.org/10.1111/j.1468-2427.2009.00859.x |
| Swyngedouw, E. (2013): Die postpolitische Stadt. In: sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 1, 2, 141–158. https://doi.org/10.36900/suburban.v1i2.100 |
| van Wymeersch, E.; Vanoutrive, T.; Oosterlynck, S. (2020): Unravelling the Concept of Social Transformation in Planning: Inclusion, Power Changes, and Political Subjectification in the Oosterweel Link Road Conflict. In: Planning Theory and Practice 21, 2, 200–217. https://doi.org/10.1080/14649357.2020.1752787 |
| Wieczorek, F.; Freier, A. N.; Oppold, D. (2024): Bürgerräte in Deutschland. Entwicklung und Vielfalt losbasierter Beteiligung. Berlin. |
| Zimmermann, K. (2019): Kommunikative Planung. In: Wiechmann, T. (Hrsg.): ARL Reader Planungstheorie. Band 1: Kommunikative Planung – Neoinstitutionalismus und Governance. Berlin, 13–165. https://doi.org/10.1007/978-3-662-57630-4_2. |
Fußnoten
| 1 | Grundsätzlich eignen sich die Situationsanalyse und das Mapping sozialer Welten und Arenen für ganz unterschiedliche empirische Fragestellungen und Fallstudien. Eine Übersicht bieten Clarke/Washburn/Friese (2022; Part III). Weitere Beispiele finden sich in der Special Issue „Soziale Welten, Arenen und Situationsanalysen: Theoretische Debatten und forschungspraktische Erfahrungen“ (2023) in der Zeitschrift Forum Qualitative Sozialforschung. |
| 2 | Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Studie zwischen 2000 und 2023 insgesamt sechs losbasierte Formate für Münster einbezieht (in Bochum sind es ebenfalls sechs, in München fünf und in Aachen vier). Aussagekräftige Schlussfolgerungen zieht die Studie hier nicht (Wieczorek/Freier/Oppold 2024: 12). |
| 3 | https://www.stadt-muenster.de/muenstermodellquartiere/startseite (18.06.2025). |
| 4 | https://www.stadt-muenster.de/stadtplanung/urbane-stadtquartiere.html (18.06.2025). |
| 5 | Zugleich ist anzumerken, dass an dieser Stelle nicht das gesamte methodische Vorgehen im Detail ausgeführt werden kann. So werden beispielsweise Memos und Notizen während des Zeichnens der Maps erstellt, die in die Interpretation überleiten (vgl. ausführlich dazu Clarke 2012: 147–165). |
