Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning 0034-0111 1869-4179 oekom 10.14512_rur_52_0301 Nachhaltige Nutzung: Mehr als ein neues Schlagwort? Haber Wolfgang Prof. Dr. TU München Lehrstuhl für Landschaftsökologie Weihenstephan 85350 Freising Deutschland 52 3 169 173 1994 by the RuR Editors; re-published by oekom 2023 Zusammenfassung

Das Konzept der „Nachhaltigkeit“ wird in seiner historischen Entwicklung – von einem forstwirtschaftlichen Konzept bis zu einer der Grundlagen internationaler Umweltpolitik – beschrieben und auf seine Realisierbarkeit aus ökologischer Sicht geprüft. Allen natürlichen Ökosystemen kommt die Eigenschaft „Nachhaltigkeit“ zu, obwohl sie ganz unterschiedlich mit verfügbaren Ressourcen ausgestattet sind und auch Veränderungen (Sukzession) offenstehen. Durch z. T. weltweite Ressourcen-Verschiebungen und Entwicklungs-Beschleunigungen hat der Mensch das gewachsene Ordnungsgefüge der Biosphäre irreversibel verändert. Durch die Einführung des Nachhaltigkeits-Konzepts sind zwar Korrekturen dieser Änderungen, vor allem im regionalen Rahmen möglich (und notwendig), aber keine grundlegende Neuordnung.

Anmerkungen (1) Vgl. Barthelmeß, A.: Wald – Umwelt des Menschen. – Freiburg, München 1972 (2) Sachs, I.: Transition strategies for the 21st Century. In: Nature and Resources 28 (1992), S. 4–17 (3) Hauff, V. (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. – Greven 1987 (4) Vgl. Lembke, H.H.: Umweltpolitik in der Nord-Süd-Diskussion. UNCED 1992 und danach. In: Zeitschrift für angewandte Umweltforschung 5 (1992), S. 322–334 (5) Bishop, R.C.: Economic efficiency, sustainability, and biodiversity. In: Ambio 22 (1993), S. 69–73 (6) Vgl. Haber, W.: Ökologische Grundlagen des Umweltschutzes. – Bonn 1993 (7) HÜBLER, K.-H.: Naturhaushaltswirtschaft – Ein Aufgabenfeld der Raumplanung? In: Aktuelle Aspekte der Regionalplanung. In: Abhandlungen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung 167 (1990), S. 54–64