Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning 0034-0111 1869-4179 oekom 10.14512_rur_46_0103 Abgrenzung regionaler Arbeitsmärkte Eckey Hans-Friedrich Prof. Dr. Steingasse 293501 Schauenburg-Elmshagen Deutschland 46 1 24 33 1988 by the RuR Editors; re-published by oekom 2023 Zusammenfassung

Die Ergebnisse im Rahmen der empirischen Regionalforschung sind stark von der Abgrenzung der der Analyse zugrundegelegten Beobachtungseinheiten abhängig. Je nach gewählter Regionalisierung können Wirtschaftsräume als „gesund“ oder „krank“ erscheinen. Die zieladäquate Abgrenzung im Rahmen der regionalen Strukturpolitik besteht in der Abgrenzung funktionaler Raumeinheiten, d. h. in der Zusammenfassung von Arbeitsplatzzentrum und Umland (regionale Arbeitsmärkte). Da Arbeitskräfte eine unterschiedliche Mobilität besitzen, stehen die regionalen Arbeitsmärkte nicht unabhängig nebeneinander, sondern in einer Hierarchie.

Die im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ vorgenommene Einteilung der Bundesrepublik entspricht weitgehend dem geforderten Funktionalprinzip. Leider wird von ihm in mehreren Fällen abgewichen und der Hierarchisierung der Arbeitsmärkte nicht Rechnung getragen. Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, daß in verschiedenen Ressorts (unnötigerweise) mit unterschiedlichen Raumabgrenzungen gearbeitet und hierdurch eine notwendige Koordination der einzelnen Fachpolitiken erschwert wird.

Anmerkungen Ähnlich bei Klemmer, Paul; Knop, Bernd; Krämer, Dieter: Abgrenzung regionaler Arbeitsmärkte in der Bundesrepublik Deutschland für die Zwecke der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. – Bochum 1973, S. 7 ff. Vgl. Klemmer, Paul; Knop, Bernd; Krämer, Dieter, a. a. O. Vgl. Eckey, Hans-Friedrich: Zwei Methoden zur Abgrenzung und Unterteilung funktionaler Regionen: Die Faktoren- und die Input-Output-Analyse. In: Raumforschung und Raumordnung (1976), Heft 1/2, S. 33 ff. Vgl. Eckey, H.-F.; Klemmer, P.: Verkehrsregionen der Bundesrepublik Deutschland. – Sprockhövel 1977.