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            <journal-title>Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning</journal-title>
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         <issn pub-type="epub">1869-4179</issn>
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         <article-id>3083</article-id>
         <article-id pub-id-type="doi">10.14512/rur.3083</article-id>
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               <subject>Book Review</subject>
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            <article-title xml:lang="de">Grabski-Kieron, Ulrike; Kordel, Stefan; Krajewski, Christian; Mose, Ingo; Steinführer, Annett (Hrsg.) (2024): Geographie ländlicher Räume</article-title>
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                  <email>doris.schmied@uni-bayreuth.de</email>
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                  <institution>Universität Bayreuth</institution>
                  <institution content-type="dept">Institut für Geographie</institution>
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            <year>2024</year>
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            <copyright-year>2024</copyright-year>
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               <license-p>This Open Access article is published under a Creative Commons Attribution 4.0 International Licence (CC BY).</license-p>
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      <p>Als ländlicher Geograph befindet man sich häufig in einer Defensivposition und wird mit Fragen konfrontiert wie: Ist „ländlich“ eigentlich eine sinnvolle Raumkategorie? Ist „ländlich“ ökonomisch angesichts des Bedeutungsverlusts der Agrarwirtschaft oder sozial angesichts der sich vereinheitlichenden Lebensstile überhaupt noch von Bedeutung? Schrumpft die „ländliche“ Bevölkerung nicht zu einer unwichtigen Größe? Sind es nicht die immer gleichen Themen, die seit Jahren diskutiert werden? Diese Fragen ignorieren die Vielfalt ländlicher Räume, ihre Transformation (nicht nur ihren Niedergang, sondern auch ihre Resilienz und Neuerfindung), aber vor allem ihre weiterhin bestehende gesamtgesellschaftliche Relevanz. Dass dem so ist, zeigen viele neuere Einzelveröffentlichungen mit großer thematischer Bandbreite.</p>
      <p>Den ehrgeizigen Versuch einer Zusammenschau der ländlichen Räume aus geographischer Sicht haben in den letzten Jahrzehnten bisher wenige Autoren unternommen. In Deutschland blieb das 1993 erstmals erschienene und seitdem mehrfach überarbeitete Standardlehrwerk „Der ländliche Raum“ von Gerhard Henkel ein Unikum (Henkel <xref ref-type="bibr" rid="CR1">1993</xref>). In Frankreich wurden in das Themenfeld einführende Bücher von Jean Yves und Michel Périgord (<xref ref-type="bibr" rid="CR2">2009</xref>), in Großbritannien, das lange Zeit für deutschsprachige ländliche Geographinnen und Geographen ein Ideengeber war, von Michael Woods (<xref ref-type="bibr" rid="CR3">2004</xref>) und Richard Yarwood (<xref ref-type="bibr" rid="CR4">2023</xref>) veröffentlicht.</p>
      <p>Nun ist passend zum 20-jährigen Bestehen des Arbeitskreises „Ländliche Räume“ in der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGFG), der sich zu einem wichtigen Instrument der Vernetzung entwickelt hat, ein neues Lehrbuch erschienen. Wie fruchtbar Generierung und Austausch von Wissen sein können, zeigt der vorliegende Band, der von fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit geographischem Hintergrund herausgegeben wurde und an dem insgesamt 35 Autorinnen und Autoren mit sehr unterschiedlichen Expertisen mitarbeiteten. Trotz der Vielzahl der Mitwirkenden ist es gelungen, den Text weitgehend homogen zu gestalten, auch wenn einige thematische Einordnungen diskutabel sind und mitunter Duplizitäten zur Folge haben.</p>
      <p>Das Buch, das in weiser Beschränkung den räumlichen Schwerpunkt auf Deutschland legt, ergänzt durch Informationen zu Österreich und der Schweiz, ist in acht Kapitel aufgeteilt. Nach einer knappen Einführung in die Motivation sowie die Ziele und Struktur des Lehrbuchs werden theoretische Grundlagen und Zugänge zum Themenfeld „Ländliche Räume“ vorgestellt. Dies schließt einen historischen Rückblick auf die Entwicklung in der deutschsprachigen Geographie sowie auf die disziplinäre Tradition in Frankreich, Großbritannien und den nordischen Ländern ein. Als wichtige aktuelle konzeptionelle Schwerpunkte der ländlichen Geographie werden die Funktionsanalyse (Stichwort Multifunktionalität), die politisch-ökonomische Analyse (Stichwort Restrukturierung), Ländlichkeit als soziales Konstrukt und alltägliche Praktiken der Ländlichkeit vorgestellt.</p>
      <p>Kapitel 3 bietet einen kritischen Einblick in die für Raumbeobachtung und Politik relevanten Versuche, das Stadt-Land-Kontinuum (anstelle der obsoleten Stadt-Land-Dichotomie) durch die Wahl von geeigneten Indikatoren und Schwellenwerten abzubilden. Dabei werden für Deutschland die siedlungsstrukturellen Kreistypen des Bundesinstituts für Bau‑, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und die zweidimensionale Typisierung des Thünen-Instituts, für Österreich die zweidimensionale Urban-Rural-Typologie von Statistik Austria und für die Europäische Union die Typologien von Eurostat und ESPON erläutert.</p>
      <p>Die Darstellung der ländlichen Räume als Sozialräume berücksichtigt gesellschaftliche Rahmenbedingungen und subjektive Perspektiven und Alltagspraktiken und setzt sich dabei mit so heterogenen Themen wie der Rolle von Dörfern und Kleinstädten, der wohnortnahen Daseinsvorsorge, dem sozialen und demographischen Wandel einschließlich vielfältigen Wanderungsbewegungen („Gehen, Kommen, Bleiben“) sowie der Aneignung und Veränderung von Sozialräumen mit Bezug auf Wohnen, Alltagsmobilität und Engagement/Ehrenamt auseinander.</p>
      <p>Ebenso facettenreich sind die Ausführungen zu ländlichen Räumen als Wirtschaftsräumen (Kapitel 5) und den dort ablaufenden Transformations- und Diversifizierungsprozessen. Dazu gehört die weiterhin unentbehrliche, differenziert erfolgte Darstellung von Agrar- und Forstwirtschaft und den inzwischen ökonomisch dominierenden Bereichen Handwerk, Gewerbe und Industrie sowie Tourismus. Die Beschäftigung mit Innovationen und Digitalisierung/<italic>Smart Countryside,</italic> Energieversorgung und den kooperativen Formen der Regionalentwicklung als jeweils eigenständige Unterkapitel betonen deren Aktualität und wachsende Bedeutung.</p>
      <p>Kapitel 6 über „Landnutzung und Landschaftswandel“ widmet sich neben historischen Beispielen vor allem den durch multiple Einflussfaktoren verursachten und rasch ablaufenden rezenten Veränderungen der Landnutzung (z. B. Stichwort Energiewende) sowie den Versuchen, den dadurch entstehenden ökologischen Problemen durch Steuerung und Schutzmaßnahmen entgegenzuwirken.</p>
      <p>Kapitel 7 bietet Einblicke in den politischen und planerischen Kontext ländlicher Räume. So werden im „ländlichen Politikfeld“ das Mehrebenensystem, Leitbilder mit ländlicher Relevanz, Aspekte der räumlichen Planung und Governance sowie die integrierte ländliche Entwicklung und das Regionalmanagement angesprochen. Ein Subkapitel befasst sich mit der Förderpolitik durch die EU (Strukturpolitik und Investitionen, ELER und LEADER), ein weiteres der Planung auf Landes- und Regionalebene, in Städten und Gemeinden sowie dem Sonderfall der Dorfentwicklung.</p>
      <p>Im Vergleich zu den ausführlichen Darstellungen in den Hauptkapiteln ist der abschließende Ausblick des Bandes unter dem Motto „Für eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume“ relativ knapp gehalten.</p>
      <p>Das Buch ist sehr didaktisch aufgebaut und enthält zahlreiche Abbildungen (Fotos, Illustrationen, Karten, Tabellen) sowie Kästen, die zusätzliche Informationen bieten, und Fragen, die zur Wissensüberprüfung oder als Anregung zur weiteren Reflexion dienen sollen. In seinem Bemühen um fast schon ‚enzyklopädische Vollständigkeit‘ ist der Band sehr, vielleicht schon etwas zu umfangreich. So stößt das Lehrbuch aufgrund seiner Fülle im Taschenbuch- bzw. Printformat auf einigen Seiten an die Grenze der Lesbarkeit. Als Lehrbuch für ländliche Geographen, aber auch für Interessierte aus Nachbardisziplinen wird dieses Werk aber sicherlich für längere Zeit der Standard sein.</p>
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         <caption>
            <title>Vollständige bibliographische Angaben des rezensierten Werkes:</title>
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         <p>Grabski-Kieron, U.; Kordel, S.; Krajewski, C.; Mose, I.; Steinführer, A. (Hrsg.) (2024): Geographie ländlicher Räume. Paderborn: Brill Schöningh. 464 Seiten, 36 Tabellen, 125 Abbildungen.</p>
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                  <source content-type="BookTitle">Der ländliche Raum. Gegenwart und Wandlungsprozesse seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland</source>
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               <mixed-citation>Henkel, G. (1993): Der ländliche Raum. Gegenwart und Wandlungsprozesse seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland. Stuttgart.</mixed-citation>
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