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            <article-title xml:lang="de">Lange, Bastian; Hülz, Martina; Schmid, Benedikt; Schulz, Christian (Hrsg.) (2024): Wohlstandsalternativen – Regionale Positionen und räumliche Praktiken</article-title>
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                  <institution>Albert-Ludwigs-Universität Freiburg</institution>
                  <institution content-type="dept">Professur für Umweltplanung und Transformation</institution>
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            <year>2025</year>
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               <license-p>This Open Access article is published under a Creative Commons Attribution 4.0 International Licence (CC BY).</license-p>
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      <p>Im Kontext globaler Krisen – wie dem Klimawandel, sozialer Ungleichheit oder Ressourcenknappheit – befasst sich der Band „Wohlstandsalternativen – Regionale Positionen und räumliche Praktiken“ mit der Frage, wie ein gutes Leben innerhalb planetarer Grenzen gestaltet werden kann. Die Beiträge bereiten Debatten um alternative Formen des Wohlstandes auf, stellen alternative Konzepte vor und betrachten diese insbesondere in Bezug auf die räumliche Entwicklung und Planung.</p>
      <p>Die Anthologie positioniert sich an der Schnittstelle zwischen der Suche nach Alternativen zum kapitalistischen Wirtschaftssystem und der Raumentwicklung und -planung. Sie greift auf aktuell diskutierte Ansätze wie die Gemeinwohlökonomie und die Postwachstumsökonomie zurück und überträgt diese auf die räumliche Ebene. Die Raumentwicklung und die Diskussion um alternative Wirtschafts- und Wohlstandsmodelle stellen bisher weitgehend getrennte Diskurse dar, deren Schnittstellen erst seit etwa 2016 ausgearbeitet werden.</p>
      <p>Der 2024 erschienene Sammelband ist das Ergebnis einer dreijährigen Kooperation innerhalb des Arbeitskreises „Wohlstandalternativen und Raumentwicklung“ der ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft. Die Autorinnen und Autoren sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, darunter Sozialwissenschaften, Geographie und Raumplanung. Ergänzt werden die wissenschaftlichen Perspektiven durch Gespräche mit Praktikerinnen und Praktikern, deren Erfahrungen und Einsichten in die Beiträge eingeflossen sind.</p>
      <p>Diskurse um alternative Wohlstandpraktiken und Lebensweisen sind bisher weitgehend marginalisiert und finden vor allem in Fachkreisen und in einem wissenschaftlichen Rahmen statt, weniger jedoch in Politik und Planung. Die Autorinnen und Autoren verfolgen daher das Ziel, die Diskussion zu öffnen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen, insbesondere Planerinnen und Planern sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern. Mit dem Band wird das Anliegen verfolgt, unterschiedliche Verständnisse und Praktiken von Wohlstand sichtbar zu machen, zu bündeln und systematisch aufzubereiten.</p>
      <p>Auf rund 180 Seiten werden Praktiken und Konzepte alternativen Wohlstands mit besonderem Fokus auf Planung und Raum vorgestellt. Die Beiträge sind in sieben thematische Abschnitte gegliedert mit Texten von jeweils mehreren Autorinnen und Autoren.</p>
      <p>Einleitend erfolgt eine begriffliche Annäherung an den Begriff Wohlstand, wobei Wohlstandsalternativen als Sammelbegriff für Veränderungen gegenüber kapitalistischen Ressourcenverbrauchsmodellen verstanden werden. Wohlstandsalternativen sind auf das Teilen und Offenlegen von Basisressourcen ausgelegt und stellen einen Gegenpol zur monopolistischen Akkumulation von Wohlstand dar. Angesichts gegenwärtiger multipler Krisen wird somit nach zukunftsfähigen Prozessen, Praktiken und Indikatoren gesucht, die überkommenen Entwicklungsansätzen entgegengesetzt werden können. Dabei wird deutlich gemacht, dass Wohlstandsalternativen per se plural und divers gedacht werden müssen. Von reaktionären Positionen distanzieren sich die Autorinnen und Autoren bewusst. Zudem ist die Herstellung von Wohlstand Veränderungen unterworfen und nicht statisch, was eine Chance für die Etablierung alternativer Vorstellungen eröffnet. In diesem Sinne wird in dem Band für die Relevanz von Realutopien plädiert, die neue Denk- und Handlungsräume eröffnen, und die Notwendigkeit hervorgehoben, Gemeinwohlgüter zurückzugewinnen (S. 25–27).</p>
      <p>Ein zentrales Thema sind Bereitstellung und Teilhabe als Kernaspekte alternativer Wohlstandspraktiken. Die Autorinnen und Autoren machen deutlich, dass eine grundlegende gesellschaftliche Beteiligung essenziell ist, um neue Wohlstandsmodelle zu verwirklichen. Klassische Allokationsmechanismen – wie das dualistische Markt-Staat-Verhältnis – stoßen hier an ihre Grenzen, eine Erweiterung um supranationale sowie zivilgesellschaftliche Akteure ist notwendig. Kommunen könnten hierbei eine Schlüsselrolle in der Daseinsvorsorge einnehmen, sind jedoch strukturell unterausgestattet (S. 38). Auch Infrastrukturen spielen als Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung räumlicher Gerechtigkeit und korrelieren so mit Wohlstand (S. 49).</p>
      <p>Ein weiterer Abschnitt widmet sich der Ebene unternehmerischen Handelns. Suffizient ausgerichtete Produktionsweisen, alternative Organisationsformen, Mitbestimmung sowie gemeinwohlorientierte Finanzierungspraktiken stellen starke transformative Kräfte auf der Ebene einzelner Unternehmen dar. Diese ermöglichen eine Unternehmensausrichtung fernab von reiner Gewinnmaximierung und können somit zu einem grundlegenden Wandel etablierter Praktiken beitragen (S. 102–103).</p>
      <p>Zudem betonen die Autorinnen und Autoren die sorgende Grundhaltung als essenzielles Element alternativer Wohlstandspraktiken. Immaterielle Werte der menschlichen Fürsorge und des kollegialen Miteinanders werden den materiellen Logiken des kapitalistischen Gegeneinanders entgegengesetzt (S. 11). Es gilt, die gesellschaftlich bedeutsame, oft unsichtbare Sorgearbeit stärker sichtbar zu machen und sie entsprechend anzuerkennen. Planerische Maßnahmen können dabei einen wichtigen Beitrag leisten, indem Räume und Infrastrukturen geschaffen werden, die die Sorgearbeit unterstützen (S. 132).</p>
      <p>Um alternative Wohlstandspraktiken zu etablieren, braucht es aktive Steuerungs- und Gestaltungsprozesse sowie neue Leitbilder und Indikatoren für Wohlstand. Regionale Eigenverantwortung und übergeordnete Strukturpolitik sind gleichermaßen gefragt, um diese zu entwickeln. Ein solcher Wandel ist konflikthaft – er berührt Macht- und Verteilungsfragen – und erfordert partizipative Lernprozesse sowie tragfähige Narrative. Translokale und internationale Netzwerke können dabei unterstützen, Lernprozesse zu fördern und die Übertragbarkeit erfolgreicher Ansätze zu sichern (S. 158–159).</p>
      <p>Im gesamten Band werden konkrete Konzepte vorgestellt, die sich für die Erfassung und Neubewertung von Wohlstand eignen – etwa die Donat-Ökonomie oder die Gemeinwohlbilanzierung – und auch in der Planung als strategische Instrumente dienen können. Ebenso wird auf die Bedeutung gemeinschaftlicher Raumkonzepte und Initiativbündnisse hingewiesen, die eine entscheidende Rolle bei der Etablierung alternativer Wohlstandskonzepte spielen können (S. 160).</p>
      <p>Abschließend wird der prozesshafte und offene Charakter von Wohlstandsalternativen betont. Sie sind bewusst unvollständig und folgen keiner festen Ideologie, sondern verstehen sich als Experimentierfeld für neue Denk- und Handlungsmuster. Gerade in ihrer Unvollkommenheit liegt das Potenzial, überkommene Effizienzlogiken zu durchbrechen und lebenswerte Zukunftsvisionen zu entwickeln (S. 176).</p>
      <p>Damit liegt eine zentrale Stärke des Bandes darin, dass bereits bestehende Konzepte und Praktiken alternativer Wohlstandsmodelle systematisch aufbereitet, gebündelt und in einen räumlichen Kontext gestellt werden. Die Autorinnen und Autoren greifen dazu auf eine breite Literaturbasis zurück, die sich mit vielfältigen Ansätzen und Feldern der Suche nach Wohlstandsalternativen beschäftigt. Sie beleuchten unterschiedliche Handlungsebenen – von zivilgesellschaftlichem Engagement über unternehmerische Strukturen bis hin zu höheren politischen und planerischen Ebenen. Regionale Beispiele sowie Interviews mit Praktikerinnen und Praktikern ergänzen die theoretischen Überlegungen um praxisnahe Perspektiven.</p>
      <p>Durch die einheitliche Struktur der Beiträge erhalten Leserinnen und Leser einen klaren thematischen Überblick. Zentrale Thesen und Kernaussagen eines jeden Abschnitts sind kenntlich gemacht und am Ende der Kapitel prägnant zusammengefasst. Beispiele sind graphisch hervorgehoben, was die Übersichtlichkeit erhöht.</p>
      <p>Das zentrale Anliegen des Bandes – aktuelle Debatten um Wohlstand aufzubereiten und auf Fragen der räumlichen Entwicklung und Planung zu übertragen – wird somit überzeugend umgesetzt. Allerdings bleibt offen, inwieweit der Band aufgrund seiner wissenschaftlichen Sprache auch für ein breiteres, nicht-akademisches Publikum zugänglich ist. Diese Herausforderung überschreitet jedoch den Anspruch des Buches und verweist auf eine grundlegende Herausforderung der Wissenschaftskommunikation.</p>
      <p>Insbesondere für Praktikerinnen und Praktiker aus Planung und Politik bieten die übersichtliche Struktur und die Vielzahl regionaler Beispiele einen guten Einstieg und Überblick in das Themenfeld. Gleichzeitig kann auch ein interessiertes, fachfremdes Publikum von dem Band profitieren: Angesichts der Vielzahl aktueller Krisen ist es von hoher Relevanz, die Diskussion um alternative Wohlstandsmodelle in den öffentlichen Diskurs zu tragen. Funktionierende Beispiele und bereits erprobte Konzepte aufzuzeigen, kann dazu beitragen, neue Handlungsspielräume zu eröffnen und visionäre, lebenswerte Zukunftsentwürfe greifbar zu machen. Dies kann es Interessierten ermöglichen, eine aktive Rolle in der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft einzunehmen.</p>
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            <title>Vollständige bibliographische Angaben des rezensierten Werkes:</title>
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         <p>Lange, B.; Hülz, M.; Schmid, B.; Schulz, C. (Hrsg.) (2024): Wohlstandsalternativen – Regionale Positionen und räumliche Praktiken. Bielefeld: transcript. <ext-link xlink:href="https://doi.org/10.14361/9783839470473-fm">https://doi.org/10.14361/9783839470473-fm</ext-link>
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