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            <journal-title>Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning</journal-title>
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         <article-id>147</article-id>
         <article-id pub-id-type="doi">10.14512/rur.147</article-id>
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               <subject>Book Review</subject>
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            <article-title xml:lang="De">Becker, Frank; Harwardt, Darius; Wala, Michael (Hrsg.) (2020): Die Verortung der Bundesrepublik. Ideen und Symbole politischer Geographie nach 1945</article-title>
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                  <email>strubelt@t-online.de</email> 
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            <copyright-year>2021</copyright-year>
            <copyright-holder>Strubelt; licensee oekom verlag</copyright-holder>
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      <sec id="Sec1"> 
         <label>1</label>
         <title>1.</title> 
         <p>„Wir leben im Hier und Heute.“ Dieser häufig genutzte, alliterierende Satz verortet und verzeitlicht alle, die ihn nutzen, alles zwar eher unverbindlich, aber mit einem fast philosophischen Anspruch – jedoch eher der Alltagsphilosophie zugehörig. Es werden damit allerdings – in einem Zusammenhang und parallel – zwei grundlegende Orientierungs-Topoi, die für die Bestimmung von menschlichen und gesellschaftlichen Konstellationen grundlegend sind, berufen: Es werden die „cultural practices which together make us sapiens“ benannt (Olsson <xref ref-type="bibr" rid="CR4">2007</xref>: 5). Und es ist die Einbettung in die intellektuelle Menschwerdung und in die gesellschaftlichen Formationen, die eben nicht nur durch die zeitliche Entwicklung bestimmt werden, sondern wesentlich durch räumliche Wahrnehmungen und ihre Darstellungen. Karten sind dabei mehr als räumliche Orientierungshinweise, denn in und über die Zeit ihrer Entstehung verorten sie menschliches Dasein, ihren Sinn und ihr Ziel. Hier kommt der Titel des Buches von Karl Schlögel ins Spiel „Im Raum lesen wir die Zeit“ (Schlögel <xref ref-type="bibr" rid="CR5">2003</xref>). Er besetzte damit im deutschsprachigen Kontext ein einprägendes ‚Motto‘ für den sogenannten <italic>spatial turn</italic>, der zum Ende der 1980er-Jahre aus dem englischsprachigen Raum auch in die deutsche wissenschaftliche Diskussion eindrang. Der wissenschaftliche Diskursraum in Deutschland, der sich vor dem Hintergrund der Dominanz und Penetranz der geopolitischen Diskussion in der NS-Zeit sich anfänglich diesem wissenschaftlichen Paradigma mehr oder weniger verweigerte, wollte diese Tradition auf keinen Fall fortführen. Wurde doch der Zusammenhang von Raum und Gesellschaft damals genutzt, um aus der Lage Deutschlands in Europa einen quasi natürlichen, räumlich geprägten, gar vorgegebenen Anspruch nicht nur analytisch zu konstatieren, sondern auch zu erheben. Dies war eine normativ wertende und politisch eindeutig orientierte Geopolitik, insgesamt eine kontaminierte ‚Wissenschaft‘.</p> 
         <p>Eine ähnliche ‚Abstinenz‘ galt dem Begriff „Heimat“, der nach 1945 wegen der emotionalen Belastung und seiner medialen Verkitschung in der wissenschaftlichen Diskussion sorgfältig gemieden wurde, allenfalls in einer umschreibenden Wissenschaftssprache als „symbolische Ortsbezogenheit“ (Treinen <xref ref-type="bibr" rid="CR7">1965</xref>) auftauchte und als ‚Phänomen‘ empirisch untersucht wurde. Inzwischen liegen Studien vor, die den Stellenwert von Heimat empirisch untersuchen (z. B. Spellerberg/Kühne <xref ref-type="bibr" rid="CR6">2010</xref>). Aber auch im politischen Raum hat die Positionierung dieses durchaus vielseitigen, aber auch nicht unproblematischen Begriffs zur Aufnahme in die Bezeichnung von Ministerien geführt – eingebettet jetzt in der grundgesetzlichen Forderung nach Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse: eine alte Forderung aus der Diskussion um Raumordnung in der Nachkriegszeit, die aber auch nicht verhindern konnte, dass räumliche Überlegungen und die daraus zu schließenden Folgen in der Politik Aufmerksamkeit eigentlich nur erhielten, wenn Naturkatastrophen ihre Vernachlässigung offenbarte.</p> 
         <p>Allerdings ist der ‚Raum‘, die Betrachtung und Analyse von räumlichen Konstellationen und Konfigurationen inzwischen doch ein wichtiges und belebendes Element des literarischen und wissenschaftlichen Diskurses geworden.</p> 
      </sec>
      <sec id="Sec2"> 
         <label>2</label>
         <title>2.</title> 
         <p>In diese Rückkehr, besser Wiederaufnahme des Zusammenhanges von Raum und Gesellschaft, von Ortszugehörigkeit und Identität in die wissenschaftliche Diskussion gehört auch das hier zu rezensierende Buch „Die Verortung der Bundesrepublik. Ideen und Symbole politischer Geographie nach 1945“. Es entstand aus dem Kontext von Historikern als einer „interdisziplinären Konferenz“ 2018 an der Universität Duisburg-Essen. Gleich in der Einleitung stellen sich die Herausgeber der Herausforderung aus der Vergangenheit der Geopolitik und nehmen gewissermaßen den Ball des <italic>spatial turn</italic> für die Geschichtswissenschaft auf unter dem Slogan: „Ein Blick auf den Globus macht die Dinge klar“ (nach Felix Buck, S. 8). Sie benennen die Chance, die in der Aufnahme räumlicher Begriffe und ihrer Spiegelung in <italic>mental maps </italic>liegen kann, die „als komplexe und ambivalente Sprachkonstrukte verstanden werden, die politische Deutungen transportieren und in den Diskursen einer Gesellschaft kontinuierlich neu verhandelt werden“ (S. 8). Unter diesen Sprachkonstrukten werden Begriffe oder politische Schlagworte wie ‚Europa‘, der ‚Westen‘, ‚Mitteleuropa‘, ‚deutsche Mittellage‘ verstanden, aber auch einflussreiche Buchtitel wie „Der Kampf der Kulturen“ von Samuel P. Huntington (Huntington <xref ref-type="bibr" rid="CR1">1996</xref>).</p> 
         <p>In den Referaten dieser Tagung, die hier gedruckt vorliegen, will man sich „anhand ausgewählter Fallbeispiele aus der Bundesrepublik mit dem Prozess politischer Verortungen“ befassen und die „dahinter liegenden Akteure, Konflikte und Entwicklungen“ beleuchten (S. 11). Sie umfassen ein breites Panorama, wenn nicht gar panoptische Beiträge, das im Rahmen dieser Rezension kaum umfassend dargestellt werden kann.</p> 
      </sec>
      <sec id="Sec3"> 
         <label>3</label>
         <title>3.</title> 
         <p>Der einleitende Beitrag von <italic>Jasper M. Trautsch</italic> geht auf die Wahrnehmung und Diskussion der „kartographischen Europa- und Welt-Bilder im Nationalsozialismus, in der frühen Bundesrepublik und der DDR“ ein, denn deren Wahrnehmung habe stets „RaumBilder“ erzeugt, die sich „ins Gedächtnis einbrennen und dadurch ausgesprochen wirksam sind“ (S. 15). Die damit verbundenen Narrative, hier als „Gesellschaftliche Selbstverständigungsdebatten“ bezeichnet, waren weniger der wissenschaftlichen Geographie verpflichtet, denn als Gegenstand in „massenmedialen“ Medien wie „Briefmarken, Wahlplakaten und in populärwissenschaftlichen Sach- und Schulbüchern“ (S. 15) präsent, weshalb diese Quellen auch Gegenstand seiner Untersuchung sind. In dieser eindrücklichen Analyse werden die unterschiedlichen Raumbilder der NS-Zeit (Eurozentrismus!), der frühen Bundesrepublik (Zugehörigkeit zum Abendland) und der DDR (ihr eurasisches Weltbild) präsentiert, was im Verlauf der Ost-West-Auseinandersetzungen letztendlich dann die unterschiedlichen geographischen Zuordnungen bestimmte. Bezogen auf die Bundesrepublik wurde der Begriff „Abendland“ zu einem transatlantischen Westen, während die DDR sich anderen räumlichen Zusammenhängen, orientiert an der Sowjetunion, zuordnete.</p> 
         <p>
            <italic>Darius Harwardt</italic> widmet sich dem Einfluss Amerikas, der Amerikanisierung durch die USA, deren Rezeption in der Wahrnehmung in Deutschland des 20. Jahrhunderts, also vom Kaiserreich über die NS-Zeit bis zur Gegenwart, wobei diese Form der Amerikanisierung, zugespitzt auf Liberalismus, gerade auch in der eher konservativen Diskussion in Deutschland nicht unbedingt goutiert wurde. Der Sozialismus wurde entsprechend dem Osten zugeordnet, eine „Polarisierung“ (S. 68), die auch zu unterschiedlichen räumlichen Zusammenhängen führte, also zu Raumbildern, die sich aus politischen Konstellationen ergaben, die die jeweiligen räumlichen Zuordnungen berücksichtigten, die aber nicht strikt geographisch begründet waren.</p> 
      </sec>
      <sec id="Sec4"> 
         <label>4</label>
         <title>4.</title> 
         <p>Der folgende Beitrag von <italic>Oliver Werner </italic>befasst sich mit den „Raumwissenschaftlichen Deutungshoheiten in der frühen Bundesrepublik“, mit den Konflikten um die Rechtsnachfolge der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (RAG) durch die Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), die sich von 1945 bis 1955 hinzogen – also ein Thema, das für die Leserinnen und Leser dieser Zeitschrift, zu deren Herausgebern auch die ARL zählt, besonders einschlägig ist, zumal <italic>Oliver Werner</italic> im Auftrag der ARL deren Geschichte nach 1945 gewissermaßen auch als Vergangenheitsbewältigung untersucht hat – eine relativ späte Aufarbeitung gegenüber anderen bundesdeutschen Organisationen. Er stellt dabei fest, dass die Auseinandersetzungen um die Zuständigkeits- und Deutungshoheit im Bereich der Raumwissenschaften einerseits eine „demokratische Lernerfahrung“ (S. 74), insbesondere hinsichtlich der sich entfaltenden Vielfalt im bundesrepublikanischen Föderalismus gegenüber dem Zentralismus vor 1945, aber gleichzeitig auch eine Auseinandersetzung um Ressourcen gewesen sind, wohl auch um persönliche Behauptung. Der Beitrag ist eine sorgfältige, quellengestützte Analyse, in deren Mittelpunkt die Person Kurt Brüning steht, der der letzte Obmann der RAG gewesen ist, der sie nach Kriegsende „formal weiterführte“ (S. 78), mit dem Ziel, sie neu zu positionieren, wobei sich dies angesichts der unterschiedlichen Zuständigkeiten in den Besatzungszonen durchaus nicht problemlos vollzog. Es ist interessant zu beobachten, dass die Neuformierung der Raumwissenschaften und ihrer institutionellen Zuordnungen die Auseinandersetzung zwischen Männergruppen und ihren Beziehungen untereinander waren, die sich unterschiedlichen Organisationsorientierungen zuwandten, ohne einen wirklichen gemeinsamen Neuanfang anzugehen. Allerdings gelang es trotzdem, diese neuen Institutionen „an die von den Alliierten eingeführten föderalen und demokratischen Regeln der ‚Western and Christian traditions‘“ zu binden (S. 87). Dies ist gewissermaßen der Einstieg in eine neue Normalität, aber sicherlich kein wirklicher Neuanfang, insofern eine Entwicklung in einer Mischung von Kontinuität, Anpassungsbereitschaft, aber auch ohne eine Diskussion oder Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit oder Eingebundenheit. Dieses Verhalten war allerdings nicht nur für diesen Bereich der Neuanfänge nach 1945 charakteristisch. Ein solches Verhalten garantierte eine Kontinuität, ohne sie wirklich zu befragen, geschweige denn zu hinterfragen.</p> 
      </sec>
      <sec id="Sec5"> 
         <label>5</label>
         <title>5.</title> 
         <p>Es schließt sich ein Beitrag von <italic>Heiner Stahl</italic> an, der sich mit der „staatlichen Öffentlichkeitsarbeit und publizistischen Reklame für die Bundesrepublik Deutschland in Afrika und Asien (1953-1960)“ (S. 89) befasst. Er kommt zum Ergebnis, dass diese „Reklame“ insbesondere in einer bewussten antikommunistischen Absetzung gegenüber dem anderen deutschen Staat, der DDR, geschah, aber sich nicht von alten „kolonialen Raumfiktionen“ löste (S. 109).</p> 
         <p>Der sehr komplexe Beitrag von <italic>Jörg Probst</italic> konstatiert „das ungebrochene Fortdauern des weltgeschichtlichen Denkens in raumgreifende Strömungen und Tendenzen in der Nachkriegszeit“ (S. 127), die aber jetzt auch nach über 75 Jahren wieder an Gewicht zu bekommen scheinen, als Stimulierung und Verteidigung eines christlichen Abendlandes gegen eine vermeintliche Islamisierung oder einer negativ eingeschätzten Globalisierung.</p> 
         <p>
            <italic>Eva Muster </italic>widmet sich der „politisch-kulturellen Geographie des Rheinlandes“, dem „Kernland“ der alten Bundesrepublik, als „Brennpunkt des geistigen und wirtschaftlichen Abendlandes“ (S. 145) in „musealen Präsentationen“. Dabei wird nicht nur die zentrale Rolle des Rheinlandes für Deutschland thematisiert, sondern seine europäische Einbindung in das christlich geprägte Abendland als ein neues räumliches Narrativ – zur Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit, also Bewältigung und Aufbruch zugleich.</p> 
         <p>Ebenfalls eine räumliche Neuorientierung greift <italic>Christoph Strupp</italic> auf: „die Hamburger Sehnsucht nach einer geopolitischen Sonderstellung im Kalten Krieg“ (S. 177), hervorgerufen durch die neue Randlage nach 1945. Sie verlangte besondere Anstrengungen, um die Position Hamburgs als ‚Tor zur Welt‘ für Deutschland zu erhalten – also die Instrumentalisierung eines geographisches Elements zur Sicherung der eigenen Position im Wettbewerb der Häfen in Deutschland und Europa – in alten und in neuen Zeiten.</p> 
         <p>Der Beitrag von <italic>Tobias Hirschmüller</italic> stellt sich der Frage, ob die Bundesrepublik als Idee und Gestalt die Verwirklichung eines ‚neuen‘ Deutschland darstelle, wie es 1848 in der Paulskirche diskutiert und angedacht worden sei. Eine durchaus nicht einfache Frage, bei der sich nämlich immer das Problem stelle, welche Periode der Geschichte, welches Ideal als besonders „wertvoll und verbindlich“ (S. 235) anzusehen ist. Dies ist eine Diskussion, die bis heute nicht abgeschlossen ist, zumal die damaligen Diskussionen gleichermaßen von liberalen wie national-monarchischen Gesichtspunkten geprägt waren. Bestimmungen oder Verortungen von gesellschaftlichen Vorstellungen sind, wen wundert es, nie eindeutig.</p> 
         <p>Der letzte Beitrag von <italic>Stephanie Zloch</italic> fragt nach der „Ver-Ortung der Bundesrepublik als Einwanderungsland“ – von 1945 bis heute. Die Analyse einer kontinuierlichen Diskussion über die Integration von sogenannten deutschstämmigen Flüchtlingen, fast eine Selbstverständlichkeit oder eine Erfolgsstory, die jedoch Aspekte der „kalten Heimat“ (S. 254) kaum berücksichtigte. Hinzu kommt die Suche und Aufnahme von Gastarbeitern und deren Integration oder Rotation bis hin zur derzeitigen Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen der Welt – eine Diskussion, die von einer „räumlichen Entkontextualisierung“ geprägt sei (S. 267). Insofern gewinne die Position der Migrantinnen und Migranten eine eigene Form der Bestimmung aus sich selbst heraus, nicht mehr nur bedingt durch ein oder bezogen auf ein, wie auch wieder definiertes, räumlich bestimmtes Deutschsein.</p> 
      </sec>
      <sec id="Sec6"> 
         <label>6</label>
         <title>6.</title> 
         <p>Der Versuch, die Vielfalt der Gesichtspunkte und Argumente dieses Buches zu referieren, sollte gezeigt haben, welchen neuen Stellenwert räumliche Zuordnungen, der räumliche Niederschlag von gesellschaftlichen Entwicklungen, historischen wie gegenwärtigen, für den Zustand und die Entwicklung von politischen Systemen, von vorhandenen Nationalstaaten sowie auch neu formierten räumlichen Konstellationen hat. Sei es die Aufarbeitung der NS-Zeit und die Neuformierung nach 1945, seien es die europäischen Einigungsbemühungen oder auch Ausdifferenzierungen (Brexit), wie sie derzeit ablaufen, oder sei es die Folge von Erbschaften früherer räumlich-politischer Konstellationen, die bis heute, ungelöst oder falsch gelöst, nachwirken. Räumliche Zuordnungen und Trennungen, die häufig am Konferenztisch erfolgten auf der Basis von am Kartentisch der Experten vorgenommenen Grenzziehungen, die aber häufig nicht die gesellschaftlichen Verortungen der dort lebenden Bevölkerung widerspiegelten.</p> 
         <p>Es muss nicht eine „Revenge of Geography“ (Kaplan <xref ref-type="bibr" rid="CR2">2013</xref>) vorliegen, um deutlich zu machen, dass räumliche Gesichtspunkte, geographisch wie gesellschaftlich für das Zusammenleben in Gesellschaften determinierend und in ihrer jeweiligen Form prägend sind: „Geography Matters“, auch wenn sich nicht alles mit zehn Karten erfassen und erklären lässt, wie es Tim Marshall verspricht (Marshall <xref ref-type="bibr" rid="CR3">2015</xref>). Ihre Wahrnehmung, deren Offenheit oder Eingeengtheit, kann prägend sein, sollte aber eben auch Gegenstand eines gesellschaftlichen Diskurses sein, nicht das Produkt einer ideologischen, orthodoxen oder technokratischen Festlegung. Sondern sie sollte in aller Regel auch wieder diskutiert und aufgebrochen werden können. Geographie und Verortung nicht als überkommene und damit unveränderbare Prägung, als Schicksal gewissermaßen, sondern in einer sorgfältigen Analyse des Überkommenen auf allen Ebenen zu betrachten, eben nicht in einer Rezeption des Gegebenen als etwas Unveränderbarem, sondern in einer Offenheit auch gegenüber neuen räumlichen und gesellschaftlichen Konstellationen – hier und heute, aber auch eben morgen.</p> 
         <p>Dieses Buch bietet dafür viele Anregungen, macht nachdenklich und aufmerksam auf den gesellschaftlichen Stellenwert von räumlichen Gesichtspunkten über die Zeiten, über Irrwege und über neue Perspektiven und zeigt auch Perspektiven für ihre weitere Entwicklung. Seine Analysen sind gerade auch wegen der Breite der Sichtweisen und der behandelten Entwicklungen in unserer unmittelbaren Vergangenheit ein fruchtbringender wissenschaftlicher Beitrag in einem eigentlich nie abgeschlossenen öffentlichen Diskurs.</p> 
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            <sec>
               <title>Vollständige bibliographische Angaben des rezensierten Werkes:</title>
               <p>Becker, Frank; Harwardt, Darius; Wala, Michael (Hrsg.) (2020): Die Verortung der Bundesrepublik. Ideen und Symbole politischer Geographie nach 1945. Bielefeld: transcript Verlag. 278 Seiten.</p>
            </sec>
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         <title>Literatur</title> 
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                        <surname>Kühne</surname>
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               <mixed-citation>Spellerberg, A.; Kühne, O. (2010): Heimat und Heimatbewusstsein in Zeiten erhöhter Flexibilitätsanforderungen. Empirische Studien im Saarland. Wiesbaden. <ext-link xlink:href="https://doi.org/10.1007/978-3-531-92294-2">https://doi.org/10.1007/978-3-531-92294-2</ext-link>
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                     <surname>Treinen</surname>
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                  <article-title>Symbolische Ortsbezogenheit. Eine soziologische Untersuchung zum Heimatproblem</article-title>
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                  <source content-type="journal">Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie</source>
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               <mixed-citation>Treinen, H. (1965): Symbolische Ortsbezogenheit. Eine soziologische Untersuchung zum Heimatproblem. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 17, 73–95 und 254–297.</mixed-citation>
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