Raumwirtschaftliche Aspekte der Kohäsionspolitik vor dem Hintergrund neuer Außenhandelstheorien

Authors

  • Gerhard Fisch

DOI:

https://doi.org/10.14512/rur.2199

Abstract

Die Diskussion um die Kohäsionspolitik der Europäischen Union beschränkt sich weitgehend auf die Frage nach der Höhe verteilungspolitisch relevanter Transfers in ärmere Beitrittsländer. Berücksichtigt man jedoch neuere und auf die Wettbewerbsdynamik abstellende außenhandelstheoretische Ansätze, so bieten sich interessante Perspektiven der Kohäsionspolitik, die nicht unbedingt auf Angleichung abzielt, sondern sich zunächst an dem Ziel der Integration weniger entwickelter Gebiete in die gemeinschaftsinterne Arbeitsteilung orientiert. Überdies bietet die raumwirtschaftliche Interpretation neuer Außenhandelstheorien einen generellen Einblick in die Problematik der Integration heterogener Staaten, was durch die politischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa besonders aktuell geworden ist.

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References

(1) Zur Dimension gemeinschaftlicher Kohäsionspolitik (Struktur- und Kohäsionsfonds) vgl. franzmeyer, f.: Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion: Ausbau der gemeinschaftlichen Kohäsionspolitik. In: Integration, 16. Jg. (1993) 2, S. 95 ff.

(2) Zum gegenwärtigen Stand der theoretischen Fundierung einer europäischen Raumordnungspolitik vgl. knapp, w.: “Europa 2000”: Raumordnung als Appendix der Binnenmarktstrategie? In: Raumforschung und Raumordnung (1993) H. 1, S. 18 ff. DOI: https://doi.org/10.14512/rur.2087

(3) Vgl. hierzu die empirischen Ergebnisse von greenaway, D.; hine, R.: Intra-Industry Specialization. Trade Expansion and Adjustment in the European Economic Space. In: Journal of Common Market Studies, Vol. XXIX (1991) No. 6, S. 603 ff. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1468-5965.1991.tb00411.x

(4) baldwin zeigt dies in seiner empirischen Studie über die Wachstumseffekte zusätzlicher Nutzung von economies of scale. baldwin, R.: The Growth Effects of 1992. In: Economic Policy (1989) No. 9, S. 247 ff. DOI: https://doi.org/10.2307/1344471

(5) Zu dem Phänomen endogener komparativer Vorteile vgl. lorenz, D.: Außenhandelstheorie und merkantilistische Konfliktpotentiale. In: pfaller, a.: Der Kampf um den Wohlstand von Morgen. – Bonn 1985

(6) bender zeigt, daß der Außenhandel bei Produktdifferenzierung in dem Fall Öl keine räumliche Dimension hat und mit einem Wohlfahrtsgewinn für alle Beteiligten einhergeht, wenn alle die Produktion differenzierter Güter zugleich ausdehnen können. Vgl. bender, d.: Außenhandel. 5. Aufl. – München 1992. In: Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Bd. 1

(7) walwei und henke haben in ihrer Studie gezeigt, daß die Arbeitsmobilität innerhalb der Gemeinschaft der Kapitalmobilität eindeutig hinterher hinkt. Vgl. walwei, U.; henke, R.: Europeanization the Labour Market: Emploee Mobility and Company Recruiting Methods. In: Intereconomics, Vol. 28 (1993) No. 1, S. 3 ff. DOI: https://doi.org/10.1007/BF02928095

(8) Zum Überblick über verschiedene Varianten wettbewerbstheoretischer Außenhandelstheorien vgl. fisch, G.: Integration und Kohäsion in der EU. Außenhandelstheoretische und entwicklungsrelevante Probleme. – Wiesbaden 1994

(9) Vgl. dosi, g.; pavitt, K.; soete, L.: The Economics of Technical Change and International Trade. – London 1990

(10) bender, D.: Außenhandel, a. a. O. [siehe Anm. (6)], S. 455

(11) Vgl. preusse, H.-G.: Handelspessimismus alt und neu. – Göttingen 1991

(12) Zur Strategie der nachholenden Entwicklung über das technologische Upgrading innerhalb der Europäischen Union vgl. fisch, g.: Außenhandels- und entwicklungsrelevante Probleme, a. a. O. [siehe Anm. (8)], Kap. V.

(13) Auf diesen Aspekt hat predöhl schon frühzeitig mit seiner Unterscheidung von Staatsraum und Wirtschaftsraum aufmerksam gemacht. Vgl. predöhl, A.: Außenwirtschaft, 2. Aufl. – Göttingen 1971

(14) Vgl. sinn, st.: Internationale Wettbewerbsfähigkeit von immobilen Faktoren im Standortwettbewerb, Kieler Arbeitspapier Nr. 361 1989

(15) Die Heterogenität umfaßt in dieser Hinsicht neben dem technologischen Entwicklungsstand das gesamte Spektrum standortrelevanter Kriterien.

(16) krugman, P.: Geography and Trade. – Leuwen 1991, S. 14

(17) Ebenda, S. 29

(18) predöhl, A.: Außenwirtschaft, a. a. O. [siehe Anm. (13)]

(19) Vgl. lorenz, D.: Economic Geography and Political Economy of Regionalization: The Example of Western Europe. In: American Economic Review, Papers and Proceedings, May 1992

(20) Das vereinfachende Kern-Peripherie-Schema für die internen Beziehungen wird hier aus systematischen Gründen gewählt und ist ohne weiteres auf die multipolare Struktur der EU übertragbar.

(21) Vgl. starbatty, J.; vetterlein, u.: Spitzentechnologie oder innere Kohäsion. In: Europa-Archiv (1989) 5

(22) Vgl. EG-Kommision (Hrsg.): Ein Markt, Eine Währung. In: Europäische Wirtschaft Nr. 44 (1990), S. 235 ff.

Published

1994-07-31

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Research Article

How to Cite

1.
Fisch G. Raumwirtschaftliche Aspekte der Kohäsionspolitik vor dem Hintergrund neuer Außenhandelstheorien. RuR [Internet]. 1994 Jul. 31 [cited 2026 May 14];52(4,5):253-60. Available from: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2199

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