Einfluß wichtiger Bestimmungsfaktoren auf die Verteilung des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer

Authors

  • Herbert Paula Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen

DOI:

https://doi.org/10.14512/rur.2153

Abstract

Für eine ausgewogene Landesentwicklung ist die Finanzausstattung der Kommunen von ausschlaggebender Bedeutung. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben sind die Gemeinden und Städte deshalb an den Einnahmen aus der Einkommensteuer beteiligt. Seit Anfang der 70er Jahre nehmen die Schlüsselzahlen der Mehrzahl der großen Städte, d.h. ihre Anteile am Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, ab. In der politischen Diskussion werden die Anteilsverluste der Städte immer wieder mit Stadtflucht und Stadt-Umland-Wanderung in Zusammenhang gebracht. Die Schlüsselzahlen werden jedoch von einer ganzen Reihe von Faktoren beeinflußt.

In diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, für einen Zeitraum von sechs Jahren den Einfluß der wichtigsten Faktoren zu quantifizieren. Dabei ergibt sich, daß der Einfluß der Wanderung auf die Entwicklung der Schlüsselzahlen in diesem Zeitraum nicht nennenswert war. Entscheidend für die Entwicklung der Anteile der Städte und Gemeinden am Gemeindeanteil an der Einkommensteuer waren vor allem die Entwicklung des Anteils der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung, also der Erwerbsquote, die Entwicklung des Einkommensniveaus und der Einkommensverteilung, insbesondere aber die Höhe der festgelegten Sockelbeträge.

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  • Herbert Paula, Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen

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References

(1) Fischer, R.J.; Gschwirtd, F.; Henckel, D.: Raumordnung und kommunale Steuerverteilung. Die Einkommensteuerbeteiligung der Gemeinden und die Auswirkungen unterschiedlicher Sockelgrenzen aus räumlicher Sicht. In: Forschungen zur Raumentwicklung, Bonn 1981, Bd. 9; Fischer, R.J.; Gschwind, F.; Henckel, D.: Kein Auskommen mit der Einkommensteuer? In: Stadtbauwelt v. 27.6.1980; Henckel, D.: Einwohnerveränderungen und Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. In: Raumforschung und Raumordnung, Köln 1981, H. 5–6; Recker, E.: Räumliche Verteilung des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer. – Hannover 1985. In: Veröffentlichungen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Forschungs- und Sitzungsberichte, Bd. 159

(2) Die Zahl der Einwohner hat zwar keinen unmittelbaren Einfluß auf das Steuereinkommen und damit auf die Schlüsselzahl einer Gemeinde; Einwohnerzahl und Anteil der Erwerbstätigen bestimmen jedoch maßgeblich die Zahl der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen, also die Zahl der Steuerzahler einer Gemeinde.

(3) Um den Einfluß der gemeindeweise unterschiedlichen Höhe der Einwohnerzahlen und deren Veränderung auszuschalten, wurde der Entwicklung der Steuerpflichtigenquote der Vorzug vor der Veränderung der absoluten Zahl der Steuerpflichtigen gegeben. Die durch Splittingfälle entstehenden Ungenauigkeiten (nach der Grundtabelle besteuerte Steuerpflichtige sind einfach gezählt, nach der Splittingtabelle besteuerte Steuerpflichtige doppelt) wurden in Kauf genommen.

(4) Fischer, R.J.; Gschwind, F.; Henckel, D.: Raumordnung und kommunale Steuerverteilung, a.a.O.; Recker, E.: Räumliche Verteilung des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer, a.a.O.

Published

1992-09-30

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Research Article

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1.
Paula H. Einfluß wichtiger Bestimmungsfaktoren auf die Verteilung des Gemeindeanteils an der Einkommensteuer. RuR [Internet]. 1992 Sep. 30 [cited 2024 May 22];50(5):221-7. Available from: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2153