Zur Problematik von Nationalparks und Biosphärenreservaten unter besonderer Berücksichtigung des Harzes Authors Rolf Zundel Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz, Universität Göttingen DOI: https://doi.org/10.14512/rur.2126 Abstract Nachdem die ehemalige DDR-Übergangsregierung kurz vor ihrer Auflösung im September 1990 die Einrichtung von fünf Nationalparks und sechs Biosphärenreservaten beschlossen hatte, ist auch in den westlichen Ländern die Mitte der 70er Jahre geführte Nationalparkdiskussion neu belebt worden. So wurde in jüngster Zeit für den Nordschwarzwald und den niedersächsischen Harz die Ausweisung großräumiger Nationalparks gefordert, obwohl es sich in beiden Fällen um stark vom Menschen veränderte Gebiete handelt. Am Beispiel des Harzes wird dargelegt, daß die vorgesehene Fläche von rd. 16 000 ha bei weitem nicht den internationalen Kriterien und der Legaldefinition des Bundesnaturschutzgesetzes entspricht. Nur knapp die Hälfte dieser Fläche könnte im Hochharz zusammen mit dem in Sachsen-Anhalt im Brockenbereich bestehenden Nationalpark zu einem gemeinsamen Schutzgebiet ausgewiesen werden. Sinnvoller wäre die Bildung eines „Biosphärenreservates“ im Sinne der UNESCO, in dem „sanfte“ Nutzungen grundsätzlich möglich sind. Abschließend folgt eine Gegenüberstellung der gegenwärtig im Bundesgebiet vorhandenen Nationalparks und Biosphärenreservate. Downloads Download data is not yet available. References (1) Siehe dazu Heidenreich, K.: Grundsätze des Naturschutzes in Deutschland. In: Natur und Landschaft (1993) H. 3, S. 99–101. (Das vollständige Dokument ist veröffentlicht in: “Schriftenreihe der Länderarbeitsgemeinschaft für Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung” (1992) Nr. 3, S. 92 ff.) (2) Inzwischen wurde die mit den Staatssekretären des Umwelt‑, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministeriums vereinbarte “Kompromißfläche” wieder einseitig (vom MU) vergrößert (das ursprüngliche “Suchgebiet” für einen möglichen Nationalpark war allerdings mehr als doppelt so groß!). (3) Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie (Hrsg.): Untersuchungen zu Nationalparken in der Bundesrepublik Deutschland. = Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz, Heft 13 (1976). In Ergänzung dazu Jahrbuch für Naturschutz und Landschaftspflege (Hrsg.: ABN) Nationalparke: Anforderungen – Aufgaben – Problemlösungen. – Bonn-Bad Godesberg 1985, Bd. 37 (4) Schaper, Chr.: Anforderungen an Nationalparke in Deutschland – Zusammenstellung rechtlicher Normen. In: Forst und Holz (1991) 1, S. 6–9 sowie: Inwieweit erfüllt der Harz die Kriterien eines Nationalparks? Unser Harz (1991) H. 9, S. 173 ff. (5) Bihelriether, H.: Nationalparke in den neuen Bundesländern. In: Allgemeine Forstzeitschrift, (1991) H. 16, S. 826–828 (6) Siehe Faltblatt “Niedersachsen plant einen Nationalpark im Harz”. Hrsg. Niedersächsisches Umweltministerium. 2. Aufl. Nov. 1991 (7) § 14 (1) des Bundesnaturschutzgesetzes vom 12.3.1987 lautet: “Nationalparke sind rechtsverbindlich festgesetzte einheitlich zu schützende Gebiete, diegroßräumig und von besonderer Eigenart sind,2. im überwiegenden Teil ihres Gebietes die Voraussetzungen eines Naturschutzgebietes erfüllen,3. sich in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflußten Zustand befinden und4. vornehmlich der Erhaltung eines möglichst artenreichen heimischen Tier- und Pflanzenbestandes dienen.” (8) Siehe Faltblatt “Niedersachsen plant einen Nationalpark im Harz Ergebnisse der Bestandsaufnahme Naturschutz: Naturnähe der Lebensräume”. Hrsg, vom Niedersächsischen Umweltministerium, März 1992 (9) Siehe Anm. (4) (10) Inzwischen wurde ein “Verein zur Erhaltung des Lebensraumes Harz” gebildet, der sich für die Schaffung eines “einheitlichen, naturorientierten, konfliktfreien und rechtssicheren Nationalparks Harz” einsetzen will und die große 16 000-ha-Lösung ablehnt (11) Zundel, R.: Wald und Naturschutz. In: Wald in einer zukunftsorientierten Umweltpolitik. = Schriftenreihe der Stiftung “Wald in Not”, 1992, Bd. 6, S. 41–51. Dieses Heft enthält auch den Aufsatz von Burschel, P.: Wald und Holz als Kohlenstoffspeicher, S. 31–40 (12) Ammer, U.: Konsequenzen aus den Ergebnissen der Totholzforschung. In: Forstwissenschaftliches Centralblatt 1991, S. 149 ff. DOI: https://doi.org/10.1007/BF02741249 (13) Siehe Faltblatt “Niedersachsen plant einen Nationalpark im Harz Wintersport und Naturschutz”. Hrsg, vom Niedersächsischen Umweltministerium, 1. Aufl. 1993 (14) Herrmann, M.: Der Anspruch von Säugetierpopulationen im Hinblick auf die Schutzgebietsplanung. Hrsg.: Kraftzwerg e. V. Clausthal-Zellerfeld. In: Naturraum Harz (1991) (15) Hanstein, U.; Sturm, K.: Waldbiotopkartierung im Forstamt Sellhorn. In: Aus dem Walde, H. 40 (1986) Downloads PDF (German) XML (German) Published 1993-11-30 Issue Vol. 51 No. 6 (1993) Section Research Article License Articles in Raumforschung und Raumordnung – Spatial Research and Planning are published under a Creative Commons license. From Vol. 79 No. 2 (2021), the license applied is CC BY 4.0. From Vol. 77 No. 1 to Vol. 79 No.1, articles were published under a CC BY-SA license. Earlier volumes have been re-published by oekom 2022 under the Creative Commons Attribution 4.0 International License CC BY 4.0. How to Cite 1.Zundel R. Zur Problematik von Nationalparks und Biosphärenreservaten unter besonderer Berücksichtigung des Harzes. RuR [Internet]. 1993 Nov. 30 [cited 2026 Aug. 15];51(6):370-6. Available from: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2126 More Citation Formats ACM ACS APA ABNT Chicago Harvard IEEE MLA Turabian Vancouver Download Citation Endnote/Zotero/Mendeley (RIS) BibTeX Share
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