Zur konjunkturellen Reagibilität von Arbeitslosigkeit und Beschäftigung Eine regionalisierte Zeitreihen-Betrachtung Authors Joachim Genosko DOI: https://doi.org/10.14512/rur.2473 Abstract Im Mittelpunkt des vorliegenden Aufsatzes steht der Test der Hypothese, daß konjunkturelle Schwankungen der Arbeitslosigkeit durch die Nachfrageseite regionaler Arbeitsmärkte determiniert würden. Mit dem Test dieser Hypothese sollten erste Hinweise dafür gewonnen werden, wie regionale Arbeitsmarktanpassungsprozesse ablaufen, und damit das Verständnis für Chancen und Grenzen regionaler Strukturpolitik gefördert werden. Der Hypothesen-Test basiert im Prinzip auf OLS-Schätzungen, die für die Ebene der Landesarbeitsamtsbezirke durchgeführt werden. Die Gesamtschätzungen werden durch geschlechtsspezifische Schätzungen ergänzt. Die verschiedenen ökonometrischen und statistischen Untersuchungen lassen eine Bestätigung der eingangs genannten Hypothese nicht zu. Die Arbeit wird um einige vorsichtige regionalpolitische Schlußfolgerungen, die auf den gewonnenen empirischen Ergebnissen und Einsichten beruhen, ergänzt. Zusätzlich wird ein Ausblick auf weitere notwendig erscheinende Forschungen gegeben. Downloads Download data is not yet available. References Vgl. Gordon, I.R.: The Cyclical Sensitivity of Regional Employment and Unemployment Differentials. In: Regional Studies (1985), H. 2, S. 95 und die dort zitierte Literatur. Vgl. hierzu auch Keinath, K.: Regionale Konjunkturschwankungen. Eine empirische Analyse der Bundesrepublik Deutschland 1950–1974. – Tübingen 1978, S. 177 ff. DOI: https://doi.org/10.1080/09595238500185111 Vgl. z. B. Gerlach, K.; Liepmann, P.: Konjunkturelle Aspekte der Industrialisierung peripherer Regionen – dargestellt am Beispiel des ostbayerischen Regierungsbezirkes Oberpfalz. In: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik (1972), H. 1, S. 16 und S. 18 ff. DOI: https://doi.org/10.1515/jbnst-1972-0103 Vgl. Klemmer, P.; Bremicker, B. (Mitarb.): Abgrenzungen von Fördergebieten – Bochum: Brockmeyer 1983, S. 123 f. = Beitr. Struktur- und Konjunkturforsch. Bd. 20. Vgl. Knigge, R.; Semlinger, K.: Beschäftigungsorientierte Reform der regionalen Strukturpolitik. In: WSI-Mitteilungen (1984), H. 8, S. 487. Diese Untersuchungsebene wurde gewählt, weil sie die längste Zeitreihe ermöglicht und sich zudem die zu verarbeitende Datenmenge noch in Grenzen hält. Außerdem kann dadurch das hier zu behandelnde Thema rascher der notwendigen wissenschaftlichen Diskussion zugeführt werden. Allerdings ließe eine kleinräumigere Betrachtung regionalpolitisch differenziertere Aussagen zu. Vgl. Gordon, I. R., a. a. O., S. 97. Vgl. Thirlwall, A.P.: Regional Unemployment As A Cyclical Phenomenon. In: Scottish Journal of Political Economy (1966), H. 2, S. 210 ff. sowie S. 206. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1467-9485.1966.tb00938.x Vgl. Bell, D.: Regional Output, Employment And Unemployment Fluctuations. In: Oxford Economic Papers, New Series (1981), H. 1, 5, 50 f. DOI: https://doi.org/10.1093/oxfordjournals.oep.a041501 Hier tritt ein gewisser Unterschied zu Keinath, K., a. a. O, S. 186 f. auf, der für seinen Untersuchungszeitraum einen Gleichlauf von Schleswig-Holstein-Hamburg sowie Niedersachsen-Bremen mit dem Bund konstatiert. Jedoch sind diese Unterschiede nur für die Landesarbeitsamtsbezirke Niedersachsen-Bremen, Hessen, Baden-Württemberg, Nordbayern und Südbayern signifikant. Dabei dürfte das Vorhandensein von Basiseffekten der gravierendste Einwand sein. Vgl. die mathematischen Ableitungen in der bereits zitierten Arbeit von Bell. Zum Norden der Bundesrepublik werden die Landesarbeitsamtsbezirke Schleswig-Holstein-Hamburg und Niedersachsen-Bremen gezählt, zum Süden die Landesarbeitsamtsbezirke Hessen, Rheinland-Pfalz-Saarland, Baden-Württemberg, Nordbayern sowie Südbayern. Bei f(t) handelt es sich jetzt wieder um einen polynomen Zeittrend zweiter Ordnung. Signifikant von Eins verschieden sind jedoch bei den Männern nur die Koeffizienten der Landesarbeitsamtsbezirke Schleswig-Holstein-Hamburg, Niedersachsen-Bremen, Baden-Württemberg und Nordbayern, bei den Frauen die Koeffizienten der Landesarbeitsamtsbezirke Hessen, Baden-Württemberg und Nordbayern. Die Durchschnittskoeffizienten belaufen sich auf 1.012 (Männer) bzw. 1.004 (Frauen). Es handelt sich hierbei um die Landesarbeitsamtsbezirke Südbayern, Hessen und Baden-Württemberg. Zu diesen Landesarbeitsamtsbezirken werden Niedersachsen-Bremen, Nordbayern und Schleswig-Holstein-Hamburg gezählt. Eigentlich besäße der Landesarbeitsamtsbezirk Berlin (West) die dritthöchste Durchschnittsquote zwischen 1959 und 1985, doch wird er hier wegen politisch bedingter Eigentümlichkeiten ausgeklammert. Die Werte einschließlich Berlin (West) betrügen 1.111 für die Männer und 1.062 für die Frauen. Klammerte man den Landesarbeitsamtsbezirk Berlin (West) aus, so fiele diese Aussage noch pointierter aus. In diesem Falle beliefe sich rM auf 0.956 und rF auf 0.421. Sie sollen u. a. Gegenstand einer Anschlußuntersuchung über “regionale Arbeitsmarktanpassungsprozesse” sein. Vgl. z. B. Gordon, I. R., a. a. O., S. 99. In dieser Gleichung ist der Koeffizient von UN signifikant von Eins verschieden, der Koeffizient von UN2 signifikant von Null. Die übrigen Koeffizienten sind nicht signifikant. Diese Spezifikation wurde gewählt, um aus dem Koeffizienten von UN weitgehend den Trend zu eliminieren. Vgl. hierzu ergänzend Genosko, J.: Die Arbeitslosenquote – ein Konzept mit Mängeln. Dargestellt am Beispiel Ostbayerns. In: Konjunkturpolitik (1979), H. 1, S. 14 f. Vgl. Gordon, I. R., a. a. O., S. 100 ff. Zu diesem Argument vgl. auch die eingangs zitierte Arbeit von Gerlach und Liepmann. Vgl. Bell, D. N. F.;Hart, R. A.: The Regional Demand for Labour Services. In: Scottish Journal of Political Economy (1980), H. 2, S. 144. DOI: https://doi.org/10.1111/j.1467-9485.1980.tb00563.x Es sei jedoch nochmals darauf hingewiesen, daß die Ermittlung der Beschäftigung vor 1974 mit einigen Problemen behaftet ist. Deswegen soll die Angabe der beiden Standardabweichungen eher eine Tendenz als eine exakte Quantifizierung ausdrücken. Die Variationskoeffizienten (relative Streuungen) betragen 2.4 und 0.6. Dafür sprechen auch die Korrelationskoeffizienten: r59-85 a = 0.774; r59-85 p = 0.842; r74–85 a = 0.792; r74–85 p = -0.776. Vgl. Gordon, I. R., a. a. O., S. 103. Vgl. zum letzteren auch Genosko, J.: Ursachen und Auswirkungen räumlicher Mobilität. – Regensburg 1978, S. 79. Vgl. hierzu z. B. Jüttner, D. J.: Arbeitspotential, Arbeitsmarktreserven und Vollbeschäftigung. In: Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft (1972), H. 1, S. 22–38. Downloads PDF (German) XML (German) Published 1988-05-31 Issue Vol. 46 No. 3 (1988) Section Research Article License Articles in Raumforschung und Raumordnung – Spatial Research and Planning are published under a Creative Commons license. From Vol. 79 No. 2 (2021), the license applied is CC BY 4.0. From Vol. 77 No. 1 to Vol. 79 No.1, articles were published under a CC BY-SA license. Earlier volumes have been re-published by oekom 2022 under the Creative Commons Attribution 4.0 International License CC BY 4.0. How to Cite 1.Genosko J. Zur konjunkturellen Reagibilität von Arbeitslosigkeit und Beschäftigung: Eine regionalisierte Zeitreihen-Betrachtung. RuR [Internet]. 1988 May 31 [cited 2026 Sep. 26];46(3):97-106. Available from: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2473 More Citation Formats ACM ACS APA ABNT Chicago Harvard IEEE MLA Turabian Vancouver Download Citation Endnote/Zotero/Mendeley (RIS) BibTeX Share
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