Die Wanderungsproblematik in Europa aus demographischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht unter besonderer Berücksichtigung Deutschlands Autor/innen Josef Schmid Lehrstuhl für Bevölkerungswissenschaft, Universität Bamberg DOI: https://doi.org/10.14512/rur.2119 Abstract Die Bevölkerung des europäischen Wirtschaftsraumes (EG + EFTA) umschließt heute 380 Mio. Menschen. Die Bevölkerungen der Einzelstaaten stehen unter einheitlichen Trends: Die demographischen Indikatoren Westeuropas deuten alle auf Alterung und allmähliche Bevölkerungsabnahme. Fast sämtliche Bevölkerungen des Wirtschaftsraumes weisen – gemessen am Niveau des Generationenersatzes – Geborenendefizite auf, die die Alterung durch das anteilsmäßige Anwachsen der Menschen im Pensionsalter verstärken. Eine von EUROSTAT (1991) vorgenommene Vorausberechnung unterstellt eine jährliche Nettoeinwanderung in die Europäische Gemeinschaft, die 345,1 Mio. Menschen umfaßt, von 250 000 Menschen. Danach würde die EG-Bevölkerung um das Jahr 2000 mit 350,8 Mio. ihren Höhepunkt erreichen und bis zum Jahre 2020 hin auf 338,2 Mio. absinken.Ein wichtiger Beobachtungspunkt sind die jeweiligen Ausländeranteile in den einzelnen Staaten und schließlich die Wanderungspotentiale, die sich vor den Toren Westeuropas aufbauen. 1989 zählte die EG 13,4 Mio. Ausländer, von denen jedoch 5,1 Mio. EG-Bürger eines jeweils anderen Mitgliedstaates waren.Der Eintritt nur noch geburtenschwacher Jahrgänge in die Erwerbsbevölkerung verringert sie insgesamt und erhöht ihre Durchschnittsalter. Neben Technologisierung der Produktion, Höherqualifizierung der schrumpfenden Jugendjahrgänge und Erhöhung des Frauenanteils im Erwerbsleben ist vor allem Einwanderung ein Mittel, Arbeitsmarktlücken zu schließen. Die Auffüllung der Bevölkerungsrückgänge mit außereuropäischen Wanderern ist unvorstellbar, und das gezielte Einwerben von Arbeitskraft hat gesetzliche Voraussetzungen, die für die Europäische Gemeinschaft und Deutschland selbst noch nicht existieren. Downloads Download-Daten sind nocht nicht verfügbar. Literaturhinweise (1) Coleman, D.A.: Demographie Projections: Is there a need for immigration? = Arbeitspapier zur Konferenz “The Europe and International Migration” am 26. November 1991 in Turin DOI: https://doi.org/10.2307/2547066 (2) Vgl. United Nations (Hrsg.): World Population Prospects 1990. = Population Studies 20, New York 1991; weitere zu den UN-Projektionen alternative Szenarien finden sich in Lutz, W.; Prinz, Chr.; Wils, A.B.; Büttner, Th.; Heilig, G.: Alternative Demographic Scenarios for Europe and North America, In: Lutz, W. (Hrsg.): Future Demographic Trends in Europe and North America. London 1991, S. 523–560 (3) Vgl. EUROSTAT (Hrsg.): Bevölkerungsstatistik 1991. Bevölkerungsstatistische Indikatoren der Gemeinschaft. – Luxemburg 1991 (4) Vgl. Coleman, D.A.: Demographic Projections.... a. a. O. (s. Anm. (1)); Eurostat (Hrsg.): Bevölkerungsstatistik 1991, a. a. O. (s. Anm. (3)); United Nations (Hrsg.): World Population Prospects 1990, a. a. O. (s. Anm. (2)). Zur Alterung der aktiven Jahrgänge in der EG 12 siehe auch Jouvenel, Hugues de: Le vieillissement démographique en Europe. In: Futuribles (1989) 2–3, S. 53–113 (5) Vgl. EUROSTAT (Hrsg.): Demographie and Labour Force Analysis based on Eurostat Data Banks, 1988 (6) Hof, Bernd: Gesamtdeutsche Perspektiven zur Entwicklung von Bevölkerung und Arbeitskräfteangebot 1990 bis 2010. – Köln: Institut der deutschen Wirtschaft 1990 (7) EUROSTAT (Hrsg.): Foreign Residents in the EC. (1991) H‑l (8) Der 1990 hochbetagt versorbene französische Gelehrte Alfred Sauvy, Mitglied der Regierung Reynaud 1938/39, von de Gaulle 1945 mit dem Generalsekretariat “Familie und Bevölkerung” betraut, Lehrer am Collège de France und den französischen Eliteakademien, legte 1982 ein Werk mit dem Titel “Mondes en marche” vor (Paris 1982); offensichtlich benutzte es der aufsehenerregende Fernsehfilm “Der Marsch” (ARD, Mai 1989) als Vorlage. Sauvy hat auch als erster den Begriff “dritte Welt” geprägt. Sein letztes Werk befaßte sich wieder mit der Gefahr der Besitznahme Europas durch einwandemde, rasch wachsende Völker Afrikas und Asiens: Sauvy, A.: L’Europe submergée – Sud-Nord dans 30 ans. – Paris 1987 (9) Hof, Bernd: Gesamtdeutsche Perspektiven..., a. a. O. (s. Anm. (6)) (10) Vgl. Schulz, Erika; Bevölkerungsentwicklung in der BRD und in der DDR: Ausnahme oder Regel? In: Mackensen, R.; Schwanz, W.; Wingen, M.; Bevölkerungsbewegungen in der Europäischen Gemeinschaft. – Stuttgart 1991, S. 107–139 (11) Immigrationsszenarien siehe: Lutz, W.; Prinz, Chr.: What Difference Do Alternative Immigration and Integration Levels Make to Western Europe. = IIASA Working Paper WP 92–29, Laxenburg 1992 (12) Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Hrsg.): Strukturelle Unterschiede in der Ausgestaltung sozialer Sicherungssysteme in Industrieländern im Hinblick auf ihre Bedeutung für ihre Familien. – Wiesbaden 1991; Schulz, R.: Strategien für eine bessere Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit. In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 1988, S. 251–274; Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (BMJFFG) (Hrsg.): Frauen in der Bundesrepublik Deutschland. – Bonn 1989 (13) Vgl. Council of Europe (Hrsg.): Cohort Fertility in Member States of the Council of Europe. – Strasbourg 1990 Downloads PDF XML Veröffentlicht 1993-09-30 Ausgabe Bd. 51 Nr. 5 (1993) Rubrik Forschungsbeitrag Lizenz Artikel in Raumforschung und Raumordnung - Spatial Research and Planing werden unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Seit Jahrgang 79, Ausgabe 2, erfolgt die Veröffentlichung im Lizenzmodell CC BY 4.0 (Creative Commons Attribution 4.0 International License). Von Jahrgang 77 Ausgabe 1 bis Jahrgang 79 Ausgabe 1 wurden alle Artikel unter einer CC BY-SA-Lizenz veröffentlicht. Frühere Jahrgänge wurden von oekom 2022 unter the Lizenz CC BY 4.0 wiederveröffentlicht. Zitierweise 1.Schmid J. Die Wanderungsproblematik in Europa aus demographischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht unter besonderer Berücksichtigung Deutschlands. RuR [Internet]. 30. September 1993 [zitiert 15. August 2026];51(5):287-94. Verfügbar unter: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2119 Zitierformate ACM ACS APA ABNT Chicago Harvard IEEE MLA Turabian Vancouver Bibliografische Angaben herunterladen Endnote/Zotero/Mendeley (RIS) BibTeX Teilen
Call for Papers for a special issue on Transit-Oriented Development in Built-up Areas in the journal: Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning (RuR) August 3, 2026 Call for Papers for a special issue on Transit-Oriented Development in Built-up Areas in the journal: Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning (RuR)
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