Umfragen als Instrument vergleichender Regionalforschung Autor/innen Ferdinand Böltken Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung DOI: https://doi.org/10.14512/rur.2082 Abstract Im folgenden wird diskutiert und an empirischen Beispielen demonstriert, welchen Beitrag Stichproben und Umfragen zur Analyse raumrelevanter Probleme und zur Klärung regionalwissenschaftlicher Fragestellungen leisten können. Wir konzentrieren uns dabei auf repräsentative Bevölkerungsumfragen des in der Sozialforschung üblichen Umfangs (n = 1 000–3 000), deren "Regionalisierbarkeit" im Sinne des Nachweises von Ergebnissen für einzelne Regionen bzw. Regionaleinheiten recht enge Grenzen gezogen sind (1). Downloads Download-Daten sind nocht nicht verfügbar. Autor/innen-Biografie Ferdinand Böltken, Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung Wiss.-Dir. Literaturhinweise (1) Unter "regionalstatistischer" Nutzung ist zu verstehen, daß die Erhebungen repräsentativ für einzelne Regionen sein müssen. Jede Region muß dann durch eine unabhängige Stichprobe repräsentiert sein, die den Repräsentationsanforderungen für diese Region entspricht. Wenn also etwa auf Länderebene regionalisiert werden soll und eine Mindestgröße von n = 1 000 pro Region festgelegt würde, müßte man bereits 16 Einzelstichproben ziehen, insgesamt also eine Auswahlgröße von 16 000 vorsehen (wobei dann durch Gewichtungen die Größenordnungsunterschiede der Länder ausgeglichen werden müßten). Bei einer auf Kreisebene repräsentativen Auswahl wäre dann eine Mindestgröße von 543 x 1000 erforderlich.Andere Kriterien können dann angelegt werden, wenn regionale Unterschiede innerhalb einer Grundgesamtheit zur Diskussion stehen. (2) Die "Mehrthemenumfrage der Sozialwissenschaften” (Sozialwissenschaften-Bus) faßt Fragenkomplexe verschiedener sozialwissenschaftlicher Nutzer zusammen. Sie wird vom "Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen” (ZUMA) in Mannheim betreut und vom Erhebungsinstitut GETAS durchgeführt. (3) Insbesondere wird der Vergleich zu folgenden regelmäßig durchgeführten Erhebungen angestrebt: der "Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften", die seit 1980 in 2‑jährigem Rhythmus durchgeführt wird, den sogenannten "Wohlfahrtssurveys" des ehemaligen Sonderforschungsbereichs 3, der seit 1978 durchgeführt wird und nun von der Abteilung "Sozialindikatoren” des ZUMA betreut wird, dem Sozioökonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, das seit 1984 jährlich bei immer denselben Personen durchgeführt wird. Die Daten dieser Erhebungen stehen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Verfügung (Bezug über das Zentralarchiv für empirische Sozialforschung der Universität zu Köln) und liegen auch in der BfLR vor. (4) Der Fragenkatalog kann über die Stadt Duisburg (Herrn Dr. Bick) bezogen werden. (5) Siehe den Beitrag von W. Görmar/E. Irmen in diesem Heft. (6) Die Erfahrungen im Arbeitskreis "Kommunale Umfrageforschung" zeigen, daß die Kommunen eher generalisierende Vergleiche suchen. Sie sollten auch so weit wie möglich in den Kommunen der neuen Länder genutzt werden. (7) Die Ergebnisse werden entnommen aus: Böltken, F.: Wohnbedingungen und ihre Bewertung in der Bundesrepublik Deuschland am Jahresende 1990. Ergebnisseeines Ost-West-Vergleichs. In: Inform. z. Raumentwickl. (1991) 5/6, S. 277–300; zum Zeitpunkt der Erarbeitung lagen die Gemeindetypen auf Basis der zentralörtlichen Funktion der Gemeinden noch nicht vor. (8) Zu Einzelbefunden s. Böltken, F.: Wohnbedingungen ..., a.a.O.; vgl. auch BfLR-Mitteilung 5/1991: Wohnzufriedenheit in Alt- und Neubaugebieten der neuen und alten Länder (9) Als Korrelationsmaß wird hier und im folgenden "Gamma” für ordinalskalierte Merkmale verwendet. Der Wertebereich geht von 0 (kein Zusammenhang) bis ± 1 (völliger Zusammenhang) (10) Zu einigigen dieser Befunde siehe: Böltken, F.: Umzugsabsichten in den alten und neuen Ländern. Ausmaß und Hintergründe der Bereitschaft zu räumlicher Mobilität. In: Projektgruppe "Das Sozioökonomische Panel” (Hrsg.): Lebensqualität im Wandel: Basisdaten und -analysen zur Entwicklung in den neuen Bundesländern. – Frankfurt a.M. 1991, S. 318–331 (11) Böltken, F.; Schön, K.P.: Zur Entwicklung und Struktur von Städten in der Bundesrepublik Deutschland. Aktuelle Befunde aus der Innerstädtischen Raumbeobachtung. In: Inform. z. Raumentwickl. (1989), 11/12, S 823–843 (12) Siehe dazu: Schwandt, A.: Zur kommunalen Wohnungsversorgung in den neuen Ländern. In: BfLR-Mitteilungen 6/1991, S. 4 Downloads PDF XML Veröffentlicht 1991-11-30 Ausgabe Bd. 49 Nr. 6 (1991) Rubrik Forschungsbeitrag Lizenz Artikel in Raumforschung und Raumordnung - Spatial Research and Planing werden unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Seit Jahrgang 79, Ausgabe 2, erfolgt die Veröffentlichung im Lizenzmodell CC BY 4.0 (Creative Commons Attribution 4.0 International License). Von Jahrgang 77 Ausgabe 1 bis Jahrgang 79 Ausgabe 1 wurden alle Artikel unter einer CC BY-SA-Lizenz veröffentlicht. Frühere Jahrgänge wurden von oekom 2022 unter the Lizenz CC BY 4.0 wiederveröffentlicht. Zitierweise 1.Böltken F. Umfragen als Instrument vergleichender Regionalforschung. RuR [Internet]. 30. November 1991 [zitiert 26. September 2026];49(6):407-18. Verfügbar unter: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2082 Zitierformate ACM ACS APA ABNT Chicago Harvard IEEE MLA Turabian Vancouver Bibliografische Angaben herunterladen Endnote/Zotero/Mendeley (RIS) BibTeX Teilen
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