Regionalplanung in Bayern

Koordination als planerische Argumentation und politischer Kompromiß

Authors

  • Bernhard Müller

DOI:

https://doi.org/10.14512/rur.2501

Abstract

Die Koordination in der Regionalplanung wird in Bayern u. a. aufgrund der institutioneilen Rahmenbedingungen, der Breite des Aufgabenfeldes der Regionalen Planungsverbände und des faktischen Einflusses der Kommunen bei der Erarbeitung der Regionalpläne und der Beurteilung von konkreten Einzelvorhaben (in Raumordnungsverfahren) nicht nur vom technisch-planerischen Ausgleich der unterschiedlichen Raumansprüche, sondern – mehr als in den meisten anderen Bundesländern – auch von politischen Kompromissen bestimmt. Die Erfahrungen der letzten vierzehn Jahre seit der Konstituierung der Regionalen Planungsverbände in Bayern belegen, daß die Regionalplanung im politischen Raum relativ selten als Instrument zur Lösung von regionalen Problemen wahrgenommen wurde und daß sie nur wenig Steuerungskraft entfalten konnte. Andererseits hat sich auch gezeigt, daß sie in vielen Fällen an Bedeutung als Forum politischer Auseinandersetzung gewonnen hat. Genau hier – so die Argumentation des vorliegenden Beitrags – könnte eine Chance für die Regionalplanung in der Zukunft liegen. Denn die bayerische Regionalplanung war überall dort relativ erfolgreich, wo Planer den Restriktionen des Planungsmodells folgten und weniger auf die Direktivwirkung des Regionalplans als auf den Dialog mit den Adressaten der Planung und innovative Anstöße für Problemlösungen setzten. Allerdings – so die abschließende Beurteilung – dürfen die Aussichten, eine prozeßorientierte, informatisch-persuasive Planung überall in Bayern zu etablieren, gegenwärtig in einer Zeit weitverbreiteter Planungsmüdigkeit und immer noch sinkender Konjunktur der Regionalplanung nicht überbewertet werden.

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Published

1987-01-31

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Research Article

How to Cite

1.
Müller B. Regionalplanung in Bayern: Koordination als planerische Argumentation und politischer Kompromiß. RuR [Internet]. 1987 Jan. 31 [cited 2024 May 21];45(1,2):32-9. Available from: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2501