Neuorientierung der regionalen Strukturpolitik Aspekte der Raumordnung unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raumes Autor/innen Werner Buchner DOI: https://doi.org/10.14512/rur.2643 Abstract Die gegenwärtige Neuorientierung der regionalen Strukturpolitik ist für die Raumordnung und speziell für den ländlichen Raum von großer Bedeutung. Sie wird vor allem daran zu messen sein, ob sie den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung Rechnung trägt.Ein wesentliches Erfordernis ist es, den Kurs einer konsequenten Strukturpolitik für den ländlichen Raum durchzuhalten, damit das in den zurückliegenden Jahrzehnten Erreichte gesichert und ausgebaut werden kann. Dazu muß das Zonenrandgebiet weiterhin bevorzugt gefördert werden; dazu braucht der ländliche Raum weiter Entwicklungspriorität. Eine schwerpunktmäßige Umorientierung der GRW auf die sog. alten Industrieregionen entspräche nicht den Erfordernissen der Raumordnung, wie sie in den einschlägigen Gesetzen und Programmen verbindlich festgelegt sind.Die in den Beschlüssen des Planungsausschusses vom 5.6.85 enthaltene stärkere Ausrichtung der GRW auf die Förderung des endogenen Potentials deckt sich mit den Bestrebungen der Raumordnung und Landesplanung. Allerdings muß aus der Sicht des ländlichen Raums betont werden, daß es sich dabei nicht um eine alternative, sondern nur um eine ergänzende Strategie handeln kann.Entscheidender Punkt bei der Neuorientierung der regionalen Wirtschaftsförderung ist aus der Sicht des ländlichen Raums die angestrebte wirksamere Koordinierung mit anderen raumbedeutsamen Fachpolitiken. Die Erkenntnis, daß regionale Strukturpolitik mehr ist als nur regionale Wirtschaftsförderung muß in der praktischen Politik wirksamer zum Tragen kommen. Hierin liegt der Schlüssel zum Abbau der großräumigen Disparitäten und einer angemessenen Entwicklung des ländlichen Raums in der Zukunft. Den raumwirksamen Fachpolitiken insgesamt muß ihre „räumliche Blindheit“ genommen werden.Voraussetzungfür eine bessere Koordinierung ist ein allgemein gültiger Orientierungsrahmen für den Einsatz der raumwirksamen Investitionen. Die Raumordnung sollte anerkennen, daß sie hier eine Bringschuld hat.Die Grundsätze und Ziele der Raumordnung haben Normqualität. Sie richten sich nicht nur und nicht so sehr an die Raumordnungsbehörden, sondern an alle Beteiligten der unmittelbaren und mittelbaren Staatsverwaltung. Die Raumordnung muß ihre Erfordernisse zeitgemäß und realistisch formulieren und in Kraft setzen. Sie muß aber auch dafür sorgen, daß von allen Beteiligten korrekt an ihrer Verwirklichung gearbeitet wird. Downloads Download-Daten sind nocht nicht verfügbar. Literaturhinweise Bundestags-Drs. 10/1637 vom 19. 6. 1984. 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Dort heißt es: „Der Auftrag des Raumordnungsgesetzes, gesunde und gleichwertige Lebensbedingungen in allen Teilräumen des Bundesgebietes zu schaffen und zu erhalten, behält unverändert Gültigkeit“ (S. 1) sowie: „Die Schwerpunkte bekräftigen ausdrücklich, daß Berlin (West) und das Zonenrandgebiet Priorität haben bei der Verfolgung des gesetzlichen Auftrags der Raumordnung, gesunde und gleichwertige Lebensbedingungen in allen Teilräumen der Bundesrepublik Deutschland zu schaffen. Ebenso ist es erforderlich, in den peripher gelegenen ländlichen Regionen, die ohnehin benachteiligt sind, auch bei geringerem wirtschaftlichen Wachstum und bei rückläufiger Bevölkerungsentwicklung eine attraktive Infrastruktur zu erhalten oder zu schaffen, um die Zukunftschancen zu sichern“ (Vorwort). Verordnung über das Landesentwicklungsprogramm Bayern vom 3.5. 1984 (GVB1 S. 121, ber. S. 337). a. a. O., S. 113. Ziele und Wege zur Entwicklung dünn besiedelter ländlicher Regionen. Ein Diskussionspapier, Heft 10 der Schriftenreihe Seminare, Symposien, Arbeitspapiere der BfLR, Bonn 1983. ebenda, S. 3–1. S. a. a. O. Schlecht: Künftige Aufgaben der regionalen Wirtschaftspolitik, 1972, S. 174. Z. B. das im Auftrag des BMBau erstellte Gutachten „Erfassung regionaler Innovationsdefizite“, Schriftenreihe des BMBau 06.054, 1984. a. a. O., S. 29. Schriftenreihe des BMBau 06.049, S. 11 ff. Downloads PDF XML Veröffentlicht 1985-07-31 Ausgabe Bd. 43 Nr. 4 (1985) Rubrik Forschungsbeitrag Lizenz Copyright (c) 1985 by the RuR Editors; re-published by oekom 2023 Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 International. Artikel in Raumforschung und Raumordnung - Spatial Research and Planing werden unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Seit Jahrgang 79, Ausgabe 2, erfolgt die Veröffentlichung im Lizenzmodell CC BY 4.0 (Creative Commons Attribution 4.0 International License). Von Jahrgang 77 Ausgabe 1 bis Jahrgang 79 Ausgabe 1 wurden alle Artikel unter einer CC BY-SA-Lizenz veröffentlicht. Frühere Jahrgänge wurden von oekom 2022 unter the Lizenz CC BY 4.0 wiederveröffentlicht. Zitierweise 1.Buchner W. Neuorientierung der regionalen Strukturpolitik: Aspekte der Raumordnung unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raumes. RuR [Internet]. 31. Juli 1985 [zitiert 15. August 2026];43(4):168-72. Verfügbar unter: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2643 Zitierformate ACM ACS APA ABNT Chicago Harvard IEEE MLA Turabian Vancouver Bibliografische Angaben herunterladen Endnote/Zotero/Mendeley (RIS) BibTeX Teilen
Call for Papers for a special issue on Transit-Oriented Development in Built-up Areas in the journal: Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning (RuR) August 3, 2026 Call for Papers for a special issue on Transit-Oriented Development in Built-up Areas in the journal: Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning (RuR)
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