Gestaltungsmöglichkeiten des Modells einer kommunalen Wertschöpfungsteuer und ihre räumlichen Auswirkungen

Authors

  • Rolf Alter
  • Helmut Stegmann

DOI:

https://doi.org/10.14512/rur.3868

Abstract

Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium der Finanzen hat vorgeschlagen, die bestehende Gewerbesteuer durch eine kommunale Wertschöpfungsteuer zu substituieren. Im vorliegenden Beitrag wird ein Katalog von Modifikationsmöglichkeiten des vom Beirat vorgeschlagenen Modells diskutiert, der für die Beurteilung der räumlichen Wirkungen einer Gewerbesteuersubstitution von Interesse ist.

Modifikationsmöglichkeiten bestehen bei der Abgrenzung des Begriffs „Wertschöpfung“, der Gewichtung der einzelnen Wertschöpfungskomponenten sowie der Abgrenzung des Kreises der Steuerpflichtigen. Die qualitative Diskussion der räumlichen Wirkungen dieser Modifikationsmöglichkeiten führt zur Empfehlung auch die betrieblichen Abschreibungen bei einer Einführung der Wertschöpfungsteuer in die Steuerbemessungsgrundlagen einzubeziehen, da so die spezifischen Gegebenheiten in der räumlichen Wirtschaftsstruktur und deren Entwicklung berücksichtigt werden.

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References

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Ebenda, S. 20.

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Es sei hier etwa auf gezielte Programme im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” (Stahlstandorteprogramm, Sonderprogramm Bremen) und zahlreiche Initiativen zugunsten des Ruhrgebiets hingewiesen, die auf erheblichen “politischen Druck” zustandegekommen sind.

Siehe Müller-Seils, H.-J.; Rieger, G.: Kommunale Wertschöpfungsteuer – Der falsche Weg, a. a. O.

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Published

1985-09-30

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Research Article

How to Cite

1.
Alter R, Stegmann H. Gestaltungsmöglichkeiten des Modells einer kommunalen Wertschöpfungsteuer und ihre räumlichen Auswirkungen. RuR [Internet]. 1985 Sep. 30 [cited 2025 Dec. 16];43(5):201-8. Available from: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/3868

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