Raumordnung und Recht Autor/innen Konrad Goppel Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen DOI: https://doi.org/10.14512/rur.2051 Abstract Die Raumordnung zeigt naheliegende Affinitäten zu einer Reihe von Fachbereichen. Vom fachlichen Selbstverständnis und Instrumentarium aus gesehen zum Städtebau, von der historischen Aufgabenstellung her betrachtet zur Wirtschaft, nach moderner gesellschaftlicher Gewichtung zur Ökologie und unter ästhetischen Aspekten zur Harmonie- und Gestaltungsidee des Landschaftsgartens im 18. Jahrhundert. Eine umstrittene Beziehung der Raumordnung ist die zum Recht. Das Schlagwort der "Verrechtlichung" der Raumordnung ist nicht zu akzeptieren. Die Verbindung der Raumordnung als staatliche Aufgabenstellung mit dem Recht ist notwendig und keineswegs außergewöhnlich. Dies gilt besonders für eine Aufgabenstellung, die gezwungen ist, als neutraler Mittler staatliche Fachbelange gegeneinander abzuwägen und damit im Einzelfall auch bei der Abwägung unterliegen zu lassen.Die Verbindung mit dem Recht ist freilich nicht problemlos, soweit sich die Raumordnung zur Durchsetzung ihrer generellen Festlegungen in Form der Ziele verbindlicher Normen bedient. Naturgemäß muß einer von Unwägbarkeiten der Zukunft abhängigen und damit flexiblen Planung die Einbindung in notwendigerweise starre, auf verläßlichen Bestand ausgerichtete Rechtsnormen widerstreben. Der systembedingte Konflikt ist über den Zwang zur ständigen Überprüfung und Fortschreibung zu mildern, aber nicht völlig aufzulösen.Die notwendige Verbindung von Raumordnung und Recht wird durch die These überhöht, daß die Ordnung des Raumes sogar als Wurzel des Rechts schlechthin betrachtet werden kann. Dies gilt sowohl für die historische Entwicklung des Rechts aus der Ordnung und Gliederung des Raumes als auch für die sprachgeschichtliche Ableitung des griechischen Nomos (Gesetz) von nemein, das nicht nur "Weiden", sondern auch das "Gerechte Verteilen" von Weideland, also von Raum und Fläche bedeutet. Downloads Download-Daten sind nocht nicht verfügbar. Autor/innen-Biografie Konrad Goppel, Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen Ministerialdirigent Literaturhinweise (1) Vgl. Lendi, M.: Raumplanung und Raumordnungspolitik als Wege durch alte und neue Engpässe. In: ders. (Hrsg.): Elemente zur Raumordnungspolitik. – Zürich 1983, S. 5–20 (2) Vgl. Hard, G.: Auf der Suche nach dem verlorenen Raum. In: Fischer, M.M.; Sauberer, M. (Hrsg.): Gesellschaft-Wirtschaft-Raum. – Wien 1987, S. 3–14; Hillebrecht, R.: Städtebau und Stadtentwicklung. In: Archiv für Kommunalwissenschaften, 1962, S. 1–12 (3) Vgl. 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Menge-Güthling, a.a.O., S. 467 Downloads PDF XML Veröffentlicht 1991-03-31 Ausgabe Bd. 49 Nr. 2,3 (1991) Rubrik Forschungsbeitrag Lizenz Artikel in Raumforschung und Raumordnung - Spatial Research and Planing werden unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Seit Jahrgang 79, Ausgabe 2, erfolgt die Veröffentlichung im Lizenzmodell CC BY 4.0 (Creative Commons Attribution 4.0 International License). Von Jahrgang 77 Ausgabe 1 bis Jahrgang 79 Ausgabe 1 wurden alle Artikel unter einer CC BY-SA-Lizenz veröffentlicht. Frühere Jahrgänge wurden von oekom 2022 unter the Lizenz CC BY 4.0 wiederveröffentlicht. Zitierweise 1.Goppel K. Raumordnung und Recht. RuR [Internet]. 31. März 1991 [zitiert 26. September 2026];49(2,3):113-8. Verfügbar unter: https://rur.oekom.de/index.php/rur/article/view/2051 Zitierformate ACM ACS APA ABNT Chicago Harvard IEEE MLA Turabian Vancouver Bibliografische Angaben herunterladen Endnote/Zotero/Mendeley (RIS) BibTeX Teilen
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